Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Risiko chemischer Pflanzenschutz: Neue Strategien entwickelt

23.07.2010
In der Abschlussbroschüre des Verbundprojekts „start2: Strategien zum Umgang mit hormonell wirksamen Agrarchemikalien“ werden die Ergebnisse des Projekts als Handreichung für die Praxis vorgestellt. Dabei wird klar: nur gemeinsam können Industrie, Landwirtschaft und Wasserwirtschaft die Risiken im chemischen Pflanzenschutz minimieren.

In der Landwirtschaft werden viele chemische Pflanzenschutzmittel eingesetzt, die anschließend in Gewässern, Böden und Nahrungsmitteln zu finden sind. Darunter sind auch Wirkstoffe, die hormonell (endokrin) wirksam sind. Sie gefährden möglicherweise Mensch und Umwelt, da sie im Verdacht stehen, Störungen im Fortpflanzungs-, Nerven- und Immunsystem auszulösen.

In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt „start2: Strategien zum Umgang mit hormonell wirksamen Agrarchemikalien“ wurden nun in einer Abschlusspublikation des Projekts neue Strategien vorgestellt.

„Vorsorge durch gemeinsame Verantwortung: Integrative Strategien zu Risikominderung im chemischen Pflanzenschutz“ ist eine Handreichung für die Praxis. Darin wird beschrieben, in welchen Bereichen gemeinsam angesetzt werden muss, um die Risiken zu reduzieren: In der Entwicklung von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen, in der landwirtschaftlichen Pflanzenschutzpraxis und im Gewässer- und Trinkwasserschutz. Die vorgestellten Strategien entstanden kooperativ, indem alle wichtigen Akteure wie Landwirte, Herstellerfirmen oder Verbände einbezogen wurden. In der Broschüre sind zudem die derzeitige Rechtslage und der aktuelle Stand der Risikominderung beschrieben.

Grundlage der Empfehlungen waren unter anderen empirische Befragungen von Landwirten zu ihrem Umgang mit endokrin wirksamen Pflanzenschutzmitteln. Darin zeigte sich beispielsweise im Kartoffelanbau, dass bis auf eine Ausnahme alle Betriebe Pflanzenschutzmittel aus der Liste der endokrinen Verdachtswirkstoffe einsetzen. In vielen Fällen werden endokrine Verdachtswirkstoffe ohne das Wissen um mögliche Risiken eingesetzt: 47 Prozent der Landwirte fühlen sich schlecht über die Problematik hormonell wirksamer Pflanzenschutzmittel informiert und 48 Prozent der Befragten haben noch nie davon gehört. Dabei wären über 30 Prozent bereit, andere Mittel einzusetzen, auch wenn diese in der Wirkung nicht ganz so gut wären.

Die Abschlusspublikation „Vorsorge durch gemeinsame Verantwortung: Integrative Strategien zu Risikominderung im chemischen Pflanzenschutz“ ist kostenfrei beim ISOE über info@isoe.de als Druckexemplar oder unter unten genanntem Link erhältlich.

Dr. Corinne Benzing | idw
Weitere Informationen:
http://www.start-project.de/downloads/start_2_Ergebnisbroschuere.pdf
http://www.start-project.de
http://www.isoe.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Nitrat-Problem der Landwirtschaft in Luft auflösen
29.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Sanitärhiebe im Wald: oft vorgeschobener Grund für Holzernte
27.03.2018 | Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics