Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Projektstart: Intelligenter Roboter für Wein- und Obstbau

20.06.2012
Fünf Kooperationspartner – darunter die Hochschule Osnabrück – entwickeln einen intelligenten Plantagenpflege-Roboter für den Wein- und Obstbau. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) fördert das auf drei Jahre angelegte Projekt mit 900.000 Euro.

Es ist eine für landwirtschaftliche Projekte recht hohe Fördersumme. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMELV, Peter Bleser, begründet sie damit, dass dieses Verbundvorhaben ein sehr aktuelles Thema aufgreift und der deutschen Landwirtschaft hilft, zukunftsfähig zu bleiben:

„Der zunehmende internationale Wettbewerb im Wein- und Obstbau führt zu einem großen Druck auf die heimischen Erzeuger.“ Um mit der Konkurrenz mithalten zu können, seien gerade in einem Hochlohn-Land wie Deutschland Strategien zur Verbesserung der Verfahrensabläufe und der Gesamteffizienz erforderlich. „Der Einsatz von kleineren, mit entsprechender Sensorik und Intelligenz ausgestatten Maschinen, die komplexe Arbeitsvorgänge erledigen können, wäre ein großer Fortschritt“, betonte der gelernte Landwirtschaftsmeister jetzt bei der Übergabe der Zuwendungsbescheide an die Projektbeteiligten.

Einer davon ist Prof. Dr. Arno Ruckelshausen. Der Professor für Physik und Sensorik an der Hochschule Osnabrück ist einer der renommiertesten Forscher auf dem Gebiet der autonomen Feldroboter in Deutschland. Mit seinem Team arbeitet er an Robotern, die in Maisfeldern die Qualitätsmerkmale von Pflanzen vermessen oder Unkraut in Möhrenfeldern erkennen und zupfen. Auch bei seinen Studierenden weckt er Begeisterung für diese Zukunftstechnologie an der Schnittstelle zwischen den Ingenieur- und Agrarwissenschaften: Seit neun Jahren nehmen sie erfolgreich an internationalen Feldroboter-Wettbewerben teil.
In seinem neuen Projekt namens „elWOrob“ („Elektronischer Wein- und Obst-Roboter“) arbeitet Prof. Ruckelshausen mit den Wissenschaftlern der Technischen Universität Dresden und der Forschungsanstalt Geisenheim sowie den Firmen Raussendorf Maschinenbau aus Obergurig und Karl E. Brinkmann aus Barntrup zusammen. Das Ziel der fünf Kooperationspartner ist die Entwicklung eines autonomen, elektrisch angetriebenen Plantagenpflege-Roboters, der verschiedene Arbeiten in Wein- und Obstanlagen ausführen kann. So soll er Pflegemaßnahmen durchführen und Pflanzenschutzmittel ausbringen, perspektivisch auch Obst und Wein ernten. Dabei soll der Roboter mehrere Einheiten im Parallelbetrieb steuern – und dadurch die Effizienz der landwirtschaftlichen Betriebe deutlich erhöhen. Dank dem Einsatz modernster Sensoren und der Optimierung der Sprühdüsen werden Pflanzenschutzmittel gezielter und sparsamer eingesetzt. Ein weiteres Plus: Die permanente, automatische Überwachung der Maschinen und Geräte ermöglicht eine lückenlose Dokumentation sämtlicher Arbeiten – und gewährleistet somit die vom Handel und Gesetz geforderte Transparenz in der Lebensmittelproduktion.

„Der Schwerpunkt unserer Arbeit an der HS Osnabrück liegt in den Bereichen Sensorsysteme und Navigation“, erklärt Prof. Ruckelshausen. Dabei will sein Team die eigenen Erfahrungen und die der Kooperationspartner nutzen, um die beste Lösung für die spezifischen Anforderungen des Wein- und Obstbaus zu entwickeln. Auch werden sich die Osnabrücker Wissenschaftler mit der Sicherheitstechnik und der Schnittstelle für verschiedene Anbaugeräte beschäftigen. Bei Versuchen im Hochschullabor für Mikro- und Optoelektronik sowie unter Feldbedingungen soll die Technik dann verfeinert werden.

Wenn es nach Prof. Ruckelshausen geht, wird die Vision der Kooperationspartner von einem selbsttätigen Roboter in Wein- und Obstanlagen in drei Jahren Wirklichkeit. Schon beim Projektstart habe sich gezeigt, dass man gut zusammenpasse: „Es ist klasse, wie schnell und reibungslos alle fünf Partner das Projekt auf die Beine gestellt haben – und das trotz großer geographischer Entfernung“, so der überzeugte Teamplayer.

Lidia Uffmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-osnabrueck.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

27.06.2017 | Veranstaltungen

Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Krümmung einen Schritt voraus

27.06.2017 | Informationstechnologie

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Überschwemmungen genau in den Blick nehmen

27.06.2017 | Informationstechnologie