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Postsozialistische Landnutzung zwischen Brache und Land Grabbing

19.06.2012
Seit Beginn des Transformationsprozesses sind allein in Russland über 25 Millionen ha ehemals landwirtschaftlicher Flächen brachgefallen.

Zugleich wird mittlerweile ein erheblicher Teil der fruchtbaren Böden in Russland, Kasachstan und der Ukraine von riesigen Agrarkonzernen bewirtschaftet.

Beides wirkt sich in vielfältiger Weise auf das Wohl des Menschen und die Umwelt aus. Analysen und die Entwicklung von Lösungsstrategien zur nachhaltigen Sicherstellung der Nahrungsmittelproduktion und ländlicher Entwicklung bei Minimierung negativer Auswirkungen auf Biodiversität und Klima stehen deshalb zunehmend im Fokus von Politik und Wissenschaft.

Mit dem Titel "Land Use in Transition: Potentials and Solutions between Abandonment and Land Grabbing" findet vom 20. bis 22. Juni das IAMO Forum 2012 in Halle (Saale) statt. Die Veranstaltung dient als Plattform, aktuelle Forschungsergebnisse zu den wichtigsten Trends und Einflussfaktoren sowie Zukunftsperspektiven der Landnutzung in den Transformationsökonomien Osteuropas, der ehemaligen Sowjetunion und Ostasiens zu diskutieren. An den einzelnen Konferenztagen beleuchten internationale Wissenschaftler und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft jeweils ein Schwerpunktthema in insgesamt 4 Plenarsitzungen und 20 Parallelsitzungen.

Das IAMO Forum startet am 20. Juni mit einer Plenarsitzung von Peter Verburg, Leiter der Abteilung „Spatial Analysis and Decision Support“ am Forschungsinstitut für Umweltstudien, Universität Amsterdam, und Helmut Haberl, Mitarbeiter am Institut für Soziale Ökologie in Wien, zum Thema "Land Use Transitions". Es geht um das Ausmaß und die unmittelbaren Ursachen von Landnutzungsänderungen. Begleitet wird die Konferenz von Vorträgen zur Stilllegung und Fragmentierung landwirtschaftlicher Flächen, die Extensivierung und Intensivierung in der Landwirtschaft sowie Änderungen im Waldbestand.

Am zweiten Tag setzen sich Jo Swinnen, Direktor des LICOS und Professor für Entwicklungsökonomie an der Katholischen Universität Leuven, sowie Grigory Ioffe, Professor der Geographie an der Radford University, mit dem Thema "Processes of Land Use Change" auseinander. Im Zusammenhang mit den Prozessen, Strukturen und Faktoren der Landnutzungsänderungen werden die vielfältigen Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion, das Klima, die Umwelt und den Lebensraum für Tiere und Pflanzen aufgegriffen und diskutiert.

Der dritte Konferenztag am 22. Juni bildet mit der Podiumsdiskussion zum Thema „Large-scale Farmland Investments and Land Grabbing“ den letzten Höhepunkt des IAMO Forum 2012. Max Spoor, Professor für Entwicklungsforschung am Internationalen Institut für Sozialwissenschaften in Den Haag, der Weltbank-Ökonom Klaus Deininger, der Präsident des Ukrainian Agribusiness Clubs Alex Lissitsa sowie Christian Ebmeyer vom russischen Agrarunternehmen Ekoniva diskutieren über die Herausforderungen und den richtigen Umgang mit großflächigen Landkäufen und -pachten durch ausländische Investoren. Mit ihren Einsichten aus Theorie und Praxis sollen wichtige Lösungsstrategien für eine nachhaltige Landnutzung erarbeitet und die Ergebnisse über die Wissenschaft hinaus bekannt gemacht werden.

Das IAMO Forum 2012 wird in diesem Jahr vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO) gemeinsam mit dem Geomatics Lab der Humboldt-Universität zu Berlin und dem SILVIS Lab der University of Wisconsin-Madison veranstaltet sowie durch die DFG und das Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt gefördert.

Weitere Informationen

http://forum2012.iamo.de
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO)

Über das IAMO

Das Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel-und Osteuropa (IAMO) ist eine international anerkannte Forschungsreinrichtung. Mit über 60 Wissenschaftlern und in Kooperation mit anderen renommierten Instituten widmet es sich wichtigen Fragen der Agrar- und Ernährungswirtschaft und der ländlichen Räume. Hauptuntersuchungsregionen sind Mittel- und Osteuropa sowie Zentral- und Ostasien. Seit seiner Gründung 1994 gehört das IAMO als außeruniversitäre Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft an.

Ansprechpartnerin für die Medien

Daniela Schimming
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Mittel- und Osteuropa (IAMO)
Tel. +49 (0)345 2928-330
Fax +49 (0)345 2928-499
E-Mail presse@iamo.de

Daniela Schimming | idw
Weitere Informationen:
http://forum2012.iamo.de

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