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Phytophtora-Erbgut entschlüsselt

23.09.2009
Voraussetzung für gezieltere Bekämpfung

Wissenschaftler der Universität Hohenheim sind an einem internationalen Projekt zur Genomanalyse beteiligt und haben dabei geholfen, das Erbgut des Erregers der Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln (Phytophtora infestans) zu entschlüsseln.

Das berichtet die Zeitschrift "Nature" in ihrer aktuellen Ausgabe. Phytophtora infestans ist einer der bedeutendsten Krankheitserreger, der im Kartoffelanbau zu erheblichen Ertragsverlusten führt, wenn er nicht regelmäßig bekämpft wird. Der wirtschaftliche Schaden durch den Pilz geht weltweit jährlich in die Milliarden.

Wie die Universität Hohenheim berichtet, besteht das gesamte Erbgut des Erregers aus 240 so genannten Megabasen, das sind 240 Millionen genetische Informationsträger. Die Bekämpfung von Phytophtora sei deshalb so schwierig, weil sich der Erreger sehr schnell an neue Kartoffelsorten anpasst und Resistenzen gegenüber Pflanzenschutzmitteln entwickelt.

Die neuen Forschungsergebnisse liefern dafür die Erklärung: Der Erreger schleust kleine Proteine in die Pflanzenzelle ein, die Teile des Stoffwechsels umprogrammieren. Die Erkennung des Erregers wird somit verhindert , er lebt weiter und entzieht der Kartoffelpflanze lebenswichtige Energie. Insgesamt gibt es 700 verschiedene Proteine, die der Erreger einschleusen kann. Die Forscher hoffen nun, mit Hilfe der Genomanalyse herauszufinden, an welcher Stelle der Pilz in den Pflanzenstoffwechsel eingreift. Ziel ist es, Methoden zu entwickeln, um die Infektion mit dem Erreger zu verhindern.

Die sollen letztlich zu gezielteren Bekämpfungsmaßnahmen führen, wie beispielsweise maßgeschneiderte Fungizide, die den Pilz an der Besiedelung des Wirtes hindern können. Auch für die Resistenzzüchtung soll das neue Wissen genutzt werden. Es könne nun in Pflanzenarten, die nahe mit der Kartoffel verwandt sind, mit molekularbiologischen Techniken nach Resistenzfaktoren gefahndet werden. Durch Einkreuzung könnten dann Resistenzen in der Kartoffel selbst erzeugt werden.

Weitere Informationen:
www.nature.com, Nature Journal, Ausgabe vom 17.9.2009

Friederike Eversheim | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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