Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie Phosphor im Wald recycelt wird

10.05.2012
Freiburger Wissenschaftler koordinieren Forschungsprogramm zur Ernährung von Waldökosystemen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat das neue Schwerpunktprogramm „Ecosystem Nutrition: Forest Strategies for Limited Phosphorus Resources“ eingerichtet, das sich der ökologischen Dimension der Pflanzenernährung widmet. Koordinatorin des Programms ist Prof. Dr. Friederike Lang vom Institut für Bodenkunde und Waldernährung der Albert-Ludwigs-Universität. Mit Prof. Dr. Jürgen Bauhus vom Waldbau-Institut und Prof. Dr. Heinz Rennenberg vom Institut für Forstbotanik und Baumphysiologie kommen drei der zwölf Initiatorinnen und Initiatoren aus der Fakultät für Forst- und Umweltwissenschaften der Universität Freiburg.

„Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile“ – dieses Zitat des Philosophen Aristoteles wird oft verwendet, um deutlich zu machen, wie wichtig ökologische Wechselwirkungen sind, damit Ökosysteme funktionieren. Was dieses Mehr für die Versorgung von Ökosystemen mit Nährelementen konkret bedeutet, ist bislang jedoch unbekannt. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollen im Rahmen des neuen Schwerpunktprogramms herausfinden, welche Rolle Phosphorressourcen für Bäume und Wälder spielen und welche Prozesse die Verteilung dieses lebenswichtigen Nährelements innerhalb des Ökosystems steuern.

Phosphor wird von Pflanzen aus dem Boden aufgenommen. Es ist zwar nur begrenzt vorhanden, wird aber im Ökosystem fortlaufend recycelt: Sterben Pflanzen ab, gelangt das Element erneut in den Boden und von dort wieder in andere Pflanzen. Wie effizient Waldökosysteme beim Phosphorrecycling sind, ist eine der wichtigsten Fragen, die das Programm beantworten soll. „Wir wollen die Hypothese prüfen, dass Ökosysteme auf phosphorarmen Standorten ein besonders effizientes Recycling entwickelt haben, um dem Phosphormangel zu entgehen“, sagt Friederike Lang. Klimawandel, Stickstoffeinträge und intensivierte forstliche Nutzung könnten diese Strategien stören.

Eine Besonderheit des Schwerpunktprogramms ist der übergreifende Forschungsansatz, der Prozesse auf der Ebene der Genome mit Prozessen auf Ökosystemebene verknüpft. „Das Programm wird dazu beitragen, das wachsende Forschungsfeld der Ökosystemernährung zu etablieren und das Wissen, das zur Sicherung der Phosphorversorgung der Wälder nötig ist, bereitzustellen“, sagt Lang. Zudem wollen die Wissenschaftler untersuchen, welche Strategien zur effizienten Phosphornutzung auf landwirtschaftliche Systeme übertragen werden können, um die Ernährung der Weltbevölkerung zu sichern.

In diesem Jahr hat die DFG zehn neue Schwerpunktprogramme eingerichtet. Jedes Programm wird in den kommenden Monaten einzeln ausgeschrieben. Die Förderanträge prüft die DFG auf ihre wissenschaftliche Qualität und den Beitrag zum jeweiligen Oberthema. Für die Förderphase der ersten drei Jahre stehen insgesamt fast 60 Millionen Euro zur Verfügung. Der Start der auf sechs Jahre angelegten Projekte ist für Mai 2013 vorgesehen.

Kontakt:
Prof. Dr. Friederike Lang
Institut für Bodenkunde und Waldernährung
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3625
E-Mail: fritzi.lang@bodenkunde.uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-freiburg.de

Weitere Berichte zu: Bodenkunde DFG Ernährung Phosphor Schwerpunktprogramm Waldökosystem Ökosystem

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Alternativer Waldzustandbericht: Deutschlands Wäldern geht es schlecht
25.04.2018 | Naturwald Akademie gGmbH

nachricht Biologische Vielfalt von grünlanddominierten Kulturlandschaften unter der Lupe
20.04.2018 | Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics