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Obst und Gemüse aus städtischer Landwirtschaft

01.03.2012
Experten entwickeln Handbuch zur Gründung von Stadtfarmen in Berlin

Frisches Obst und Gemüse, direkt aus dem Dachgewächshaus, hat in Berlin Zukunft. Zu diesem Ergebnis kamen 40 Fachleute, Investoren und Entscheidungsträger bei ihrem Arbeitstreffen am 28. Februar 2012 in der Neuen Mälzerei.

Im Rahmen der Workshop-Reihe „Städtische Landwirtschaft der Zukunft“ des Projektes „ZFarm“ (Zero Acreage Farming) stehen die Möglichkeiten der gebäudegebundenen städtischen Landwirtschaft und die Chancen der konkreten Umsetzung im Mittelpunkt der Diskussionen. Um Städte, Bürger und zukünftige Betreiber von ZFarming-Anlagen in die Lage zu versetzen, mit dieser Art von Landwirtschaft in der Stadt umzugehen, wird ein Praxisleitfaden entwickelt, der als Handbuch alle notwendigen Schritte enthält, wie erfolgreich auf, in und an Gebäuden Pflanzenproduktion geplant, genehmigt und betrieben werden kann.

Als erfolgsversprechendes Modell wurde von den Akteuren aus Berlin der Typ des ‚Dachgewächshauses’ ausgewählt. Dieses wird im Praxisleitfaden eine zentrale Position einnehmen. Weitere Möglichkeiten der gebäudegebundenen Landwirtschaft wie Fassadengewächshäuser, Dachgärten, Balkongärten oder Indoorfarmen werden als Exkurs aufgenommen.

Dr. Armin Werner, Projektleiter vom Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF): „Bei der weiteren Bearbeitung des Themenfelds gebäudegebundene Landwirtschaft werden wir uns auf bestehende Gebäude, vor allem auf sogenannte Schlafende Riesen konzentrieren, das sind große leerstehende Gebäudekomplexe, die umgenutzt werden können. Dabei liegt das Augenmerk insbesondere auf einer Produktion in Dachgewächshäusern. Diese sind nach Einschätzung der Teilnehmer aus pragmatischen Überlegungen am besten geeignet in einer Stadt wie Berlin in naher Zukunft erfolgreich und umfassend Landwirtschaft in bzw. auf Gebäuden zu betreiben.“

ZFarm-Handbuch: Schritt für Schritt zur Berliner Dachfarm

Entlang in Berlin konkret geplanter bzw. möglicher Beispiele werden für das Handbuch nun die notwendigen Schritte für die Umsetzung von ZFarming-Anlagen zusammengestellt sowie Lücken und Regelungsbedarf identifiziert. Damit wird der Leitfaden auch Handlungsempfehlungen für Politik, Verwaltung und potentielle Betreiber geben. Nicht zuletzt soll das Ergebnis aber auch Inspiration und Information für Wissenschaft, Entwicklung, Hersteller und interessierte Bürger sein.

Der Inhalt umfasst beispielsweise Anbau & Technologie, Infrastrukturen, Finanzierungs- und Betreibermodelle, Baurecht, Natur und Umweltschutz, Lärm- und Lichtemissionen, Lebensmittelqualität und Hygiene aber auch Akzeptanz, Zertifizierung und Einbindung in städtische Bildungskonzepte. Erscheinen wird der kostenfrei verfügbare Praxisleitfaden Mitte 2013 sowohl in Print- als auch Onlineversion.

Zum Projekt ZFarm – Städtische Landschaft der Zukunft“

Die Chancen und Umsetzungsmöglichkeiten des sogenannten Zero Acreage Farming oder ZFarming erforscht das Projektteam „ZFarm – Städtische Landwirtschaft der Zukunft“ am Beispiel des Großstadtraums Berlin. Bis 2013 treiben das Institut für Stadt- und Regionalplanung der TU Berlin und das inter 3 Institut für Ressourcenmanagement unter Leitung des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) die gebäudegebundene Landwirtschaft in Berlin mit einer Innovations- und Technikanalyse voran. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Nähere Informationen zur Veranstaltung und zum Projekt finden Sie unter http://www.zfarm.de

Monique Luckas | idw
Weitere Informationen:
http://www.zalf.de/
http://www.zfarm.de/

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