Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ein neues Forschungsnetz in der Mikrobiologie nimmt seine Arbeit auf

05.09.2008
Beim französischen Institut für Agrarforschung (INRA) wurde kürzlich ein neues Forschungsnetz gegründet.

Das MICALIS getaufte Netzwerk soll alle mikrobiologischen Forschungsthemen abdecken, von der mikrobiellen Zelle über die Flora im menschlichen Verdauungstrakt bis hin zu den biologischen Verfahren der Lebensmittelverarbeitung. Ziel ist es, die Gesundheit des Menschen effizienter zu schützen.

MICALIS wird südlich von Paris angesiedelt sein und sich somit auf bereits vor Ort ansässige Forschungseinrichtungen stützen können. Unter anderem befinden sich dort schon große INRA-Zentren (Versailles-Grignon, Jouy-en-Josas). Insgesamt werden 110 Forscher, Ingenieure und Professoren im Forschungsnetzwerk MICALIS tätig sein. Sie arbeiten im Rahmen von 12 Forschungseinheiten zusammen, die zum Teil nur beim INRA angesiedelt sind, oder in denen das INRA mit einer Hochschule oder einem anderen Forschungsinstitut zusammenarbeitet.

MICALIS wird über ein interessantes biologisches Material verfügen. Beispielsweise wird in Jouy-en-Josas eine weltweit einzigartige Tierhaltungsanlage betrieben, in der Nagetiere gezüchtet werden, ohne jemals mit Bakterien der Umwelt in Berührung zu kommen, und die folglich mit einer bestimmten Flora kolonisiert werden können. Somit kann die zeitliche Entwicklung der eingenommenen Mikroorganismen verfolgt und deren Auswirkungen auf die Physiologie der Tiere bewertet werden. Des Weiteren verfügt das INRA über vier Sammlungen von Mikroorganismen, die für die Weiterführung der Forschungsarbeiten im Bereich der Lebensmittelmikrobiologie notwendig sind (Milchsäurebakterien, Reifungsflora, potentiell gesundheitsschädliche Lebensmittelmikroorganismen...).

Des Weiteren besitzt das INRA eine Sammlung von Darmbakterien sowie eine Metagenom-Datenbank von menschlichen Darmfloren. Ziel der im Rahmen von MICALIS durchgeführten Forschungsarbeiten ist es, die Ernährung zu verbessern und die menschliche Gesundheit besser zu schützen. Dabei geht es unter anderem darum, Mikroorganismen zu identifizieren, die einen positiven Einfluss auf die menschliche Gesundheit haben. Anschließend sollen ihre Wechselwirkungen mit dem Menschen, insbesondere mit der Darmflora untersucht werden und zwar im Hinblick auf die prophylaktische Ernährung und die Schaffung eines integrierten Wissens über die menschliche Ernährungsphysiologie. Darüber hinaus zielen diese Forschungsarbeiten darauf ab, dem mikrobiologischen Risiko in Lebensmitteln vorzubeugen, indem Virulenzmarker identifiziert und die Faktoren der Pathogenese sowie die Überlebensmechanismen der gefährlichen Mikroorganismen während der Lebensmittelverarbeitung und -versorgung besser verstanden werden.

Kontakt(e):
Evelyne Lhoste -
INRA-Zentrum Jouy-en-Josas –
Tel: +33 134 652 003 –
E-Mail: evelyne.lhoste@jouy.inra.fr
Quelle: BE France Nr. 214, ADIT– 14.08.2008
http://www.bulletins-electroniques.com/actualites/55685.htm
Redakteurin: Claire Nicolas, claire.nicolas@diplomatie.gouv.fr
Wissenschaft-Frankreich (Nummer 148 vom 04.09.2008)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail : sciencetech@botschaft-frankreich.de

| Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Elektronenautobahn im Kristall

Physiker der Universität Würzburg haben an einer bestimmten Form topologischer Isolatoren eine überraschende Entdeckung gemacht. Die Erklärung für den Effekt findet sich in der Struktur der verwendeten Materialien. Ihre Arbeit haben die Forscher jetzt in Science veröffentlicht.

Sie sind das derzeit „heißeste Eisen“ der Physik, wie die Neue Zürcher Zeitung schreibt: topologische Isolatoren. Ihre Bedeutung wurde erst vor wenigen Wochen...

Im Focus: Electron highway inside crystal

Physicists of the University of Würzburg have made an astonishing discovery in a specific type of topological insulators. The effect is due to the structure of the materials used. The researchers have now published their work in the journal Science.

Topological insulators are currently the hot topic in physics according to the newspaper Neue Zürcher Zeitung. Only a few weeks ago, their importance was...

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochgenaue Versuchsstände für dynamisch belastete Komponenten – Workshop zeigt Potenzial auf

09.12.2016 | Seminare Workshops

Ein Nano-Kreisverkehr für Licht

09.12.2016 | Physik Astronomie

Pflanzlicher Wirkstoff lässt Wimpern wachsen

09.12.2016 | Biowissenschaften Chemie