Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neuer Windkanal am ATB in Betrieb genommen

20.04.2012
Im Beisein zahlreicher Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft wurde heute der neue Grenzschichtwindkanal am Leibniz-Institut für Agrartechnik in Potsdam-Bornim offiziell in Betrieb genommen - eine der größten Anlagen dieser Art im Bereich der Agrarforschung. Sie eröffnet neue Möglichkeiten der Forschung zur Minderung von Emissionen aus der Landwirtschaft.

Geruchs- und Schadgase aus landwirtschaftlichen Betrieben haben als emittierte Treibhausgase global Einfluss auf den Klimawandel. Aber auch auf regionaler Ebene können sie in unmittelbarer Umgebung von Stallanlagen Belästigungen oder sogar Umweltschädigungen verursachen.


Visualisierung der Luftströmung mit Laserschnitt
Foto: Stollberg/ATB

Der neue Windkanal ermöglicht, die komplexen aerodynamischen Vorgänge in den bodennahen Schichten der Atmosphäre systematisch zu untersuchen. Die Entwicklung baulicher und lüftungstechnischer Lösungen mit dem Ziel reduzierter Emissionen bei minimalem Energieverbrauch kann damit intensiv vorangetrieben werden.

„Die Untersuchung von Emissionen aus der Nutztierhaltung sind eine gesellschaftlich relevante Forschungsaufgabe. Daher bearbeiten wir dieses Thema am ATB seit vielen Jahren“, so Prof. Dr. Reiner Brunsch, Wissenschaftlicher Direktor des ATB. „Die neue Anlage bedeutet für uns einen kleinen Quantensprung. Mit ihr sind wir in der Lage, die methodischen Arbeiten auf einem deutlich verbesserten Qualitätsniveau weiter zu entwickeln und zu intensivieren.“

„Als in der Planungs- und ersten Umsetzungsphase zuständiges Fachressort haben wir das Vorhaben von Anfang an unterstützt“, sagte Bernd Konitzki, Leiter des für Agrarforschung zuständigen Referats im brandenburgischen Landwirtschaftsministerium MIL. „Die landwirtschaftliche Produktion agiert in äußerst komplexen Systemen. Letztlich kann uns nur eine anwendungsorientierte Grundlagenforschung, wie sie das ATB betreibt, Antworten geben auf die drängenden Fragen zur Sicherheit von Nahrungs- und Futtermitteln, Tierschutz oder zur Klimawirksamkeit bestimmter Produktionsverfahren. Auch die Gesetzgebung benötigt fundierte wissenschaftliche Aussagen zum Emissionsgeschehen für die Erarbeitung von nationalen und internationale Richtlinien wie die EU-Richtlinie für integrierten Umweltschutz.“

Die neue Anlage bietet darüberhinaus enormes Potenzial für eine Vielzahl interdisziplinärer Fragestellungen. Beispiele reichen von der Bestimmung von Windlasten und Sturmschäden bei baulichen Strukturen bis hin zur Abschätzung von Pollenflügen in der Biodiversitätsforschung. Die neue Infrastruktureinrichtung am ATB eröffnet Möglichkeiten der Kooperation und soll daher als „Leibniz-Applikationslabor“ auch externen Nutzern anderer Fachdisziplinen zur Anwendung offen stehen.

Für die Errichtung des Windkanals wurden 1,18 Mio. Euro investiert. Die Förderung erfolgte zu 75 % aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg.
"In den vergangenen zehn Jahren wurden insgesamt 11,7 Mio. Euro in die Infrastruktur des ATB investiert. Davon stammen 8,7 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Mit der Förderung konnten acht Arbeitsplätze neu geschaffen und 24 gesichert werden. Am ATB lässt sich der Mehrwert Europäischer Förderung für die Forschung in Brandenburg klar ablesen", sagte Tillmann Stenger, Mitglied des Vorstands der Investitionsbank des Landes Brandenburg.

Konstanze Pistor, die Vertreterin des Brandenburgischen Wissenschaftsministeriums griff den Gedanken in ihrem Grußwort auf: „Darüberhinaus schaffen die mit den Investitionen verbundenen erweiterten Forschungsmöglichkeiten die nötige Grundlage, wissenschaftlichen Nachwuchs auf höchstem Niveau ausbilden zu können und erfolgreich Projekte einzuwerben. Sie sind damit ein Beitrag zur Exzellenzentwicklung des ATB – und exzellente Wissenschaft ist Voraussetzung für Innovationen mit hohem Wirkungsgrad.“
Die Forschung des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) zielt auf die ressourceneffiziente und CO2-neutrale Nutzung biologischer Systeme zur Erzeugung von Lebensmitteln, Rohstoffen und Energie in Anpassung an Anforderungen von Klimaschutz und Klimawandel. Zu diesem Zweck entwickelt das ATB verfahrenstechnische Grundlagen für eine nachhaltige Landbewirtschaftung und stellt innovative technische Lösungen für Landwirtschaft und Industrie bereit. Eine der zentralen Aufgaben ist es, die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen der eingesetzten Verfahren über die gesamte Wertschöpfungskette zu analysieren - vom Feld bis zum Verbraucher.

Kontakt: Helene Foltan – Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0331 5699-820, E-Mail: hfoltan@atb-potsdam.de

Helene Foltan | idw
Weitere Informationen:
http://www.atb-potsdam.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Neue Strategie zur Kupferreduktion im Pflanzenschutz entwickelt
21.02.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave
20.02.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics