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Neuer Obstschädling in der Schweiz entdeckt: Die Kirschessigfliege

26.10.2011
Im Schweizer Tessin ist im Sommer 2011 erstmals die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) entdeckt worden.

Das Insekt befällt eine große Zahl von Wirtspflanzen, darunter Erd-, Him-, Brom- und Heidelbeeren, Kirsche, Pfirsich und Aprikose. Die Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Changings-Wädenswil empfiehlt allen Obstanbaubetrieben und Hausgartenbesitzern dringend die Überwachung von Kulturen und Obstanlagen mit Hilfe von Lockfallen. Der Flug der Kirschessigfliege beginnt im April und dauert bis in den November hinein. Bis zu zehn Generationen werden in dieser Zeit aktiv.

Die weiblichen Kirschessigfliegen legen ihre Eier in die Frucht und verletzen die Fruchtoberfläche. Die Larven besiedeln das Fruchtfleisch. Ein Weibchen legt durchschnittlich 400 Eier. Derzeit gibt es noch keine Erkenntnisse darüber, ob die Kirschessigfliege in der Schweiz überwintern kann; die klimatischen Verhältnisse werden jedoch als günstig eingeschätzt.

Zur Kontrolle werden Lockfallen mit Leimplatten empfohlen. Zu erkennen sind die männlichen Fliegen an den schwarz gefleckten Flügeln. Die weiblichen Kirschessigfliegen haben einen gut entwickelten Legestachel, mit dem sie die Haut von gesunden Früchten durchbohren. Das können einheimische Essigfliegen nicht. Als sanitäre Maßnahmen sollten befallene Früchte eingesammelt und vernichtet werden, zum Beispiel durch Vergraben in mindestens 20 cm Tiefe.

Befallene Früchte dürfen keinesfalls unbehandelt in den Kompost kommen, sondern müssen vorher abgekocht oder tiefgefroren werden, weil sonst die Larven nicht abgetötet werden. Infizierte Früchte, die nicht sachgemäß entsorgt werden, können eine Ansteckungsquelle für gesunde Früchte und Beeren sein und erhöhen das Risiko der Ausbreitung des neuen Schädlings.

Weitere Informationen:
http://www.agroscope.admin.ch/baies, Publikation "Swiss Berry Note 3"
http://www.eppo.org/QUARANTINE/Alert_List/insects/drosophila_suzukii.htm

Renate Kessen | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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