Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Medizin bei Ferkeldurchfall

04.08.2010
Versuche mit Blutwurz erfolgreich

Solange Ferkel gesäugt werden, ist alles in Ordnung - doch nach dem Absetzen reagieren Ferkel häufig mit Durchfallerkrankungen auf die Stresssituation.

Die körpereigenen Abwehrkräfte reichen nicht aus und bakterielle Durchfallerreger, in erster Linie Escherichia coli haben leichtes Spiel. Vor allem ökologisch wirtschaftende Betriebe suchen nach Alternativen zu chemisch-synthetischen Antibiotika. Zunächst müssen in der Absetzphase Fütterung und Haltung überprüft und optimiert werden.

Unterstützend können Futtermittelzusätze wirken. Das Institut für Biologische Landwirtschaft und Biodiversität der Nutztiere Wels in Österreich hat die Wirkung von Kräutermischungen untersucht. Eine Versuchsmischung bestand aus Kamilleblütenpulver, getrockneten Heidelbeeren, Löwenzahnpulver, Maralpulver, Knoblauchpulver und Karottenpulver sowie fein vermahlenem Zeolith (Tonmineralien) und Effektiven Mikroorganismen (Milchsäurebakterien, Hefen, Nichtschwefelpurpurbakterien).

Sie wurde bereits drei Tage vor dem Absetzen als Paste direkt ins Maul und danach über das Futter verabreicht. Die Ferkel hatten im Durchschnitt der ganzen Versuchsgruppe festeren Kot und etwas höhere Tageszunahmen. Durchfall konnte aber nicht ganz vermieden werden.

In einem zweiten Versuch bekamen die Ferkel die Kräutermischung angereichert mit Blutwurzpulver (Potentilla) und getrocknetem Torf, aber ohne die Effektiven Mikroorganismen. Um die Aufnahme der Mischung zu verbessern, wurde sie mit Holundersaft vermischt und nicht über das Futter, sondern in flachen Schalen angeboten. Von 46 Ferkeln pro Gruppe hatten nur 16 Ferkel Durchfall, in der Kontrollgruppe 25. Die Ferkel aus der Kräutergruppe wogen nach 25 Aufzuchttagen im Schnitt knapp ein Kilogramm mehr. Die alternative Behandlung mit der Blutwurz-Kräutermischung war in den Fütterungsversuchen also erfolgreich. Problem ist die rechtliche Bewertung. Die Gabe von Kräutern als alternative Behandlungs- und Vorbeugemaßnahme ist keine Behandlung im medizinischen Sinn. Kräuter gelten als Futtermittel und müssen ab 2012 aus ökologischem Anbau stammen. Über die Fütterungsversuche berichtete das Fachmagazin für den ökologischen Landbau "bioland".

Renate Kessen | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie