Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationales Netzwerk für Energieholzplantagen

15.01.2010
Unter der Leitung des ttz Bremerhaven wird seit Januar 2010 ein nationales Netzwerk zur effizienten Gewinnung regenerativer Holzenergie etabliert.

Es umfasst die gesamte Wertschöpfungskette sogenannter Kurzumtriebsplantagen (KUP) sowie Verbände und Forschungseinrichtungen. Ziel ist die Verknüpfung geeigneter Akteure, um dieses in Deutschland noch junge Innovationsfeld zu stärken und Aufträge für die Netzwerk-Partner zu generieren.

KUP sind Anpflanzungen schnell wachsender Bäume auf land- oder forstwirtschaftlichen Flächen, die innerhalb kurzer Zeit Holz als nachwachsenden Rohstoff liefern.

Die Bioenergiemärkte in den Bereichen Strom-, Wärme- und Kraftstoff haben sich in den letzten Jahren dynamisch entwickelt. Für den weiteren Marktausbau gilt es, alle vorhandenen Biomassepotentiale zu nutzen und neue Wege zur Erweiterung der Brennstoffbasis zu finden. Zu den Hoffnungsträgern zählen dabei die Kurzumtriebsplantagen (KUP). Produziert werden hier Hackschnitzel, Pellets und weitere Bioenergieträger aus Pflan-zenmaterial in relativ kurzen Anbauintervallen.

"Vorhandenes Wissen zu nutzen, um wirtschaftlich rentable sowie ökologisch und sozial nachhaltige KUP-Projekte mit starken Partnern zu realisieren - das ist unser Ziel!" So beschreibt Projektkoordinator Alexander Schank vom ttz Bremerhaven die Intention des neu gegründeten "KUP-Netzwerk". Bereits heute liegen mehr als 50 Anfragen potentieller Netzwerkteilnehmer vor, darunter von Unternehmen, Verbänden und Forschungseinrichtungen. Begonnen wird jedoch mit 20 Partnerunternehmen, die gezielt ausgewählt wurden und eine in sich ergänzende Kerngruppe darstellen.

Grundsätzlich möchte das "KUP-Netzwerk" Unternehmen projektorientiert verknüpfen und Investitionen im Bereich der KUP anregen. Dies geschieht mit konkreter Arbeit aus der Mitte des wirtschaftlichen Alltags der Partner. Hiermit knüpft das Netzwerk direkt an bereits bestehende Bemühungen an und entwickelt sie kompetent weiter. In verschiedenen Modellregionen in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und in der Nähe von Braunschweig sollen Modellanwendungen die schlummernden Potenziale wecken und vernetzen.

Um dies zu erreichen, hat sich das "KUP-Netzwerk" folgende strate-gische Ziele gesetzt:

o Projektorientierte Verknüpfung geeigneter Marktpartner mit wirtschaftlichem Interesse (regional und überregional)

o Kostenersparnis der Netzwerkpartner durch Synergieeffekte und Projekt-Fördermittel

o Überwindung von Markt- und Rechtsbarrieren für KUP-Betreiber, KUP-Produkte (Energie- und Papierholz) und andere Marktakteure (Biomasse-Höfe, -Heizwerke, -Planer)

o Erhöhung des Informationsflusses zwischen Markt, Forschung und Politik

o Etablierung der KUP-Idee in der Bioenergiebranche

Gegenwärtig gibt es in Deutschland jedoch nur wenige Pilot- und Demonstrationsflächen, die KUP betreiben und deren Nutzung erforschen (ca. 1.500 ha bundesweit). Im Gegensatz dazu wird aber das Potential für KUP auf 500.000 bis 1.000.000 ha geschätzt. In der Land- und Forstwirtschaft sowie in der Bioenergiebranche existiert grundsätzlich ein großes Interesse an KUP. Aufgrund unsicherer Rahmenbedingungen und großer Informationsdefizite bestehen ge-genwärtig aber noch erhebliche Hemmnisse für Investitionen, die das neue Netzwerk abbauen möchte.

Heute werden KUP überwiegend zur energetischen Nutzung angelegt. Durch verlängerte Umtriebe kann auch für andere Absatzmärkte wie die Papierindustrie produziert werden. Dadurch stellen KUP eine wirtschaftlich hoch interessante Alternative für Land- und Forstwirte dar. In den letzten Jahren konnten sich einige Forschungszentren in Hessen, Bayern, Sachsen und in Bremen (ttz Bremerhaven) bilden. Nach dem Erstkontakt geeigneter Marktpartner wie Landeignern und Investoren fehlt es jedoch häufig an der nachhaltigen fachkundigen Betreuung im Anschluss. Der Anbau von schnell wachsenden Baumarten wird in vielen europäischen Ländern bereits seit Jahrzenten erfolgreich praktiziert. In Deutschland sind KUP allerdings seit den 70er Jahren nicht über das Versuchsanbaustadium hinausgekommen. Erst im Zuge gestiegener Preise für fossile Energieträger und der stetig steigenden Nachfrage nach Holz zur energetischen Verwertung änderte sich diese Situation.

Durch das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie initiierte Förderprogramm ZIM-NEMO ist es nun möglich geworden, kleine- und mittelständische Unternehmen mit geeigneten Markt- und Forschungsakteuren in einem geförderten Netzwerk zu verbinden. Dadurch kann ein nachhaltiges und sich ergänzendes Netzwerk für alle Beteiligten aufgebaut und so ein dynamischer Zu- und Ausbau der KUP-Idee sowie geeigneter Projekte ermöglicht werden.

Am 15. Januar 2010 findet das Auftaktmeeting des "Kurz-Umtriebs-Plantagen Netzwerk Deutschland" in Bremerhaven statt. Die Projektlaufzeit beträgt 3 Jahre. Im Anschluss sollen sich die einzelnen Initiativen selbst tragen und Praxisbeispiele für neue Vorhaben in weiteren Regionen liefern.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienst-leister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechno-logie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.

Kontakt:
Christian Colmer
Leitung Kommunikation und Medien/
Head of communications and media
ttz Bremerhaven
Fischkai 1
D-27572 Bremerhaven (Germany)
Phone: +49 (0)471 48 32 -124
FAX: +49 (0)471 48 32 - 129
ccolmer@ttz-bremerhaven.de

Christian Colmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Im Focus: 3-D scanning with water

3-D shape acquisition using water displacement as the shape sensor for the reconstruction of complex objects

A global team of computer scientists and engineers have developed an innovative technique that more completely reconstructs challenging 3D objects. An ancient...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

Gipfeltreffen der String-Mathematik: Internationale Konferenz StringMath 2017

24.07.2017 | Veranstaltungen

Von atmosphärischen Teilchen bis hin zu Polymeren aus nachwachsenden Rohstoffen

24.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Dichtes Gefäßnetz reguliert Bildung von Thrombozyten im Knochenmark

25.07.2017 | Biowissenschaften Chemie

Freie Elektronen in Sonnen-Protuberanzen untersucht

25.07.2017 | Physik Astronomie

Die turbulente Atmosphäre der Venus

25.07.2017 | Physik Astronomie