Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nationale Eiweißpflanzenstrategie

18.06.2012
Deutsche Agrarforschungsallianz stellt Forschungsstrategie zum verstärkten Anbau von Leguminosen in Deutschland vor

Die Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA) hat am 14. Juni 2012 in Berlin ihre Forschungsstrategie „Ökosystemleistungen von Leguminosen wettbewerbsfähig machen“ vorgestellt. Die Plattform dafür war eine Diskussionsveranstaltung für die Entwicklung einer nationalen Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV).


Lupinensamen
(Foto: JKI, Dr. Peter Wehling)

Kernaussage der DAFA-Forschungsstrategie, die nicht losgelöst von der Entwicklung der BMELV-Eiweißpflanzenstrategie gesehen werden kann, ist das Plädoyer für die Nutzung der gesellschaftlichen Leistungen des Leguminosenanbaus sowie eine Ausweitung des Anbaus von Leguminosen (Hülsenfrüchten) in Deutschland. Zur langfristigen Sicherung der Leistungen ist neben einer agrarpolitischen Unterstützung des Leguminosenanbaus als Sofortmaßnahme eine fokussierte und strategisch ausgerichtete Forschungsförderung unerlässlich.

Leguminosen können einen essentiellen Beitrag für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft leisten: Durch ihren Anbau tragen sie zum Boden- und Klimaschutz, zur Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel und zur Erhaltung der biologischen Vielfalt bei, stellen wertvolle Rohstoffe für Wertschöpfungsketten zur Verfügung und eröffnen Perspektiven für eine gesunde und nachhaltige menschliche Ernährung. Diese umfassenden, gesellschaftlich wichtigen Ökosystemleistungen werden in Deutschland zurzeit jedoch kaum genutzt.

Die DAFA-Forschungsstrategie rückt sechs strategische Aufgabenschwerpunkte in den Fokus, um den Leguminosenanbau in Deutschland auszuweiten: In Züchtungsforschung und Züchtung investieren, pflanzliche Produktivitätspotenziale ausschöpfen, Ökosystemleistungen für den Landwirt und die Gesellschaft bewerten, regionale Chancen zur Entwicklung von Wertschöpfungsketten aktivieren, bestehende Barrieren für eine stärkere Nutzung der Leguminosen als Futtermittel aufheben und Ernährungskonzepte zur Ausschöpfung der Gesundheitswirkungen von Leguminosen entwickeln.

Die DAFA-Forschungsstrategie nimmt dabei die spezifischen Belange entlang der Wertschöpfungsketten im Ernährungs-, Futtermittel- bzw. Non-food-Sektor in den Blick. Im gleichen Maße und mit den Wertschöpfungsketten verzahnt stehen deren enge Wechselbeziehungen mit den übergreifenden Aspekten der Pflanzenproduktion, des Ressourcenschutzes und der Sozioökonomie.

An der Strategie haben Vertreter der konventionellen und der ökologischen Agrarwirtschaft, Landwirte, Berater, Verbände, Vertreter des Handels, der Politik und der Forschungsförderung mitgewirkt.

Die DAFA ist ein von Interessen Dritter unabhängiger Zusammenschluss von 55 Agrarforschungseinrichtungen, der 2011 gegründet wurde, um die Leistungsfähigkeit der Agrarforschung in Deutschland zu steigern und sie in die Lage zu versetzen, transdisziplinäre Lösungsvorschläge zu komplexen, gesellschaftlich relevanten Herausforderungen zu erarbeiten. Inhaltlich konzentriert sich die DAFA auf Fragestellungen, die eine langfristige Forschungsstrategie erfordern.

Thorsten Michaelis | idw
Weitere Informationen:
http://www.dafa.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Kaskadennutzung auch bei Holz positiv
11.12.2017 | Technische Universität München

nachricht Warum pflanzt man Bäume auf dem Acker?
29.11.2017 | Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Goldmedaille für die praktischen Ergebnisse der Forschungsarbeit bei Nutricard

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Nachwuchs knackt Nüsse - Azubis der Friedhelm Loh Group für Projekte prämiert

11.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit 3D-Zellkulturen gegen Krebsresistenzen

11.12.2017 | Medizin Gesundheit