Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Modellvorhaben zum besseren Schutz bedrohter Nutztierrassen im akuten Seuchenfall gestartet

27.11.2014

Für die Erhaltung bestandsbedrohter, nur regional vorkommender Nutztierrassen kann der Ausbruch einer Tierseuche von existentieller Bedrohung sein. Per Gesetz gibt es zwar Ausnahmeregelungen von der behördlich angeordneten Tötung, doch werden diese in der Praxis nicht umgesetzt. Das von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) koordinierte Modellvorhaben erprobt praxisnahe Wege, um gesunde Tiere bedrohter Rassen in Sperrbezirken im Seuchenfall vor der Tötung zu bewahren.

Maul- und Klauenseuche, Geflügel- oder Schweinepest – bricht eine dieser Seuchen aus, werden häufig nicht nur befallene, sondern aus Sicherheitsgründen auch von der Seuche nicht betroffene Tiere getötet. Bei seltenen Nutztierrassen kann dies zum Auslöschen einer wichtigen Teilpopulation oder gar der gesamten Rasse führen.

Ziel: Schutz der Tiere – Sensibilisierung und Erfahrungsaustausch

Um dieses Risiko zu reduzieren, hat die Gesellschaft alter und gefährdeter Haustierrassen e.V. (GEH) ein Modell- und Demonstrationsvorhaben gestartet. Darin sollen zunächst Grundlagen zur Gesunderhaltung, Hygiene und Prophylaxe erarbeitet werden, die in bedeutsamen und geeigneten Zuchteinrichtungen umgesetzt werden.

Dazu gehören zum Beispiel auch Quarantänebereiche, ausreichend Futtervorräte für den Notfall und seuchenhygienisch geschultes Personal. Gemeinsam mit Tierzüchtern, Veterinären und Behörden soll für diese Einrichtungen modellhaft ein Ausnahmestatus und damit ein Schutz vor Tötungen beantragt und bis zur Bewilligung begleitet werden. Zwingende Voraussetzung dafür ist die akut nachgewiesene Seuchenfreiheit des Bestandes.

Mit diesem Vorhaben sollen alle Beteiligten sensibilisiert und Erfahrungen gesammelt werden, die künftig sowohl ein stringentes Handeln ohne zusätzliches Infektionsrisiko als auch den Schutz seltener Rassen im Seuchenfall erlauben.

Ziel ist ein verbesserter Schutz dieser Tiere und damit eine Sicherung genetischer Eigenschaften weit über die Modelleinrichtungen hinaus. Das auf drei Jahre ausgelegte Modellvorhaben hat im Oktober 2014 begonnen und wird über den Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) gefördert.

Weitere Informationen
http://www.ble.de , Bereich Forschungsförderung/Modell- und Demonstrationsvorhaben/Biologische Vielfalt (Stichwort: „Seuchenschutz“)


Weitere Informationen:

http://www.ble.de

Tassilo Frhr. v. Leoprechting | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie