Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Laubholz in die Produktion: Verbundprojekt zur Charakterisierung von Holzstäuben

31.07.2015

Durch die Umsetzung neuer fortwirtschaftlicher Programme und damit verbundenen veränderten Waldbaustrategien verschiebt sich das Angebot an Rohholz langfristig hin zu mehr Stark- und Laubholz. Aufgrund der umweltpolitischen Entscheidungen sowie der Förderung der energetischen Holznutzung steht Nadelholz als Ausgangsrohstoff für die Holzindustrie mittelfristig nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Die stoffliche Nutzung vorhandener und bisher wenig verwendeter Laubholzpotenziale kann diese Lücke schließen. Bei der Bearbeitung von Laubholz auftretende Stäube gelten allerdings als karzinogen, also krebserzeugend.

Beim aktuellen Kenntnisstand können die toxikologischen Effekte aber nicht abschließend geklärt werden. Im nun genehmigten Verbundprojekt untersuchen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Holzforschung WKI und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster gemeinsam mit dem Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Industriepartnern daher umfassend das Thema der Nadelholzsubstitution durch verstärkten und gleichzeitig risikofreien Einsatz von vorhandenen Laubholzpotenzialen.

Kernanliegen des neuen Forschungsprojekts ist die Aufklärung der Bedingungen unter denen im Produktionsprozess Laubholzstäube gegebenenfalls toxikologische Effekte hervorrufen und zu welchen Krankheitsbildern sie führen können.

Die Forscher entwickeln zudem Strategien, die das gegebenenfalls vorhandene Gefährdungspotenzial in den einzelnen Stadien der Verarbeitung von Laubhölzern eliminieren. So mindern die geplanten Forschungsarbeiten Unsicherheiten hinsichtlich des Gefährdungspotenzials bei der Laubholzbearbeitung, zeigen Lösungswege auf und geben Handlungsempfehlungen. Die Verbundpartner erwarten Projektergebnisse, die den Einsatz von Laubholz in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie signifikant steigern.

Die Forscher beginnen mit der Testproduktion gängiger Holzwerkstoffe wie mitteldichten Faserplatten, so genannten MDF, Spanplatten und Oriented strand boards (OSB) aus Buche, Eiche und Laubbäumen mit niedriger Lebensdauer, z. B. Birke (ALN). Dabei erfassen und identifizieren sie die auftretenden (Staub-) Emissionen.

Die Wissenschaftler charakterisieren zudem die (Staub-) Emissionen beim Rundholzeinschnitt im Laubholzsägewerk und während der spanenden Bearbeitung laubholzbasierter Werkstoffe durch Fräsen und Sägen. Mithilfe geeigneter Modelle bewerten die Projektbeteiligten die Exposition und erproben verschiedene In-vitro-Verfahren, um mögliche Störfaktoren bei der toxikologischen Bewertung zu identifizieren. Darüber hinaus analysieren die Wissenschaftler das human-toxische Potenzial der Holzstäube systematisch.

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert die Durchführung des Verbundprojekts zur Charakterisierung der Freisetzung und Zusammensetzung von Holzstäuben bei der mechanischen Verarbeitung von Laubholz in der Säge- und Holzwerkstoffindustrie zur Identifikation von Störfaktoren bei der toxikologischen Bewertung im Förderprogramm »Nachwachsende Rohstoffe« über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V..

Partner des Projekts sind das Fraunhofer-Institut für Holzforschung WKI, Braunschweig, das Biomedizinische Technologiezentrum der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität, Münster, der Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, Gießen, der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie, Bad Honnef, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, sowie Partner aus die Industriepartner Egger Holzwerkstoffe GmbH, Wismar, Georg Fehrensen GmbH, Hannoversch Münden, und Glunz AG, Meppen. Das Projekt startet am 1.6.2015 mit einer Laufzeit von zwei Jahren.

Weitere Informationen:

http://www.wki.fraunhofer.de/de/presse-medien/pi_laubholzstaeube.html

Kommunikation | Fraunhofer-Gesellschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Organisch-anorganische Heterostrukturen mit programmierbaren elektronischen Eigenschaften

29.03.2017 | Energie und Elektrotechnik

Klein bestimmt über groß?

29.03.2017 | Physik Astronomie

OLED-Produktionsanlage aus einer Hand

29.03.2017 | Messenachrichten