Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maiswurzelbohrer - Monitoring per GPS

21.11.2012
Der Wurzelfraß des Westlichen Maiswurzelbohrers kann ganze Maisernten vernichten. Eine frühe Prognose über Ausbreitung und Pflanzenschäden kann hilfreich für Gegenmaßnahmen sein. Die Diabrotica-Fachtagung des Julius Kühn-Instituts (JKI) Mitte November 2012 hat aber gezeigt, dass noch viele Fragen offen sind.

Käferfallen werden von zwei Personen ausgebracht, damit diese im dichten Bestand für die wöchentliche Auswertung wiedergefunden werden. Derzeit werden die Standorte per Hand auf normales Kartenmaterial übertragen.

Manfred Röhrig von ISIP, dem Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion, testet seit 2010 in Rheinland-Pfalz eine mobile Datenlösung. Auf einer Android-Plattform kann eine einzelne Person mittels GPSs den Standort und später die Käferauswertung gleich vor Ort eingeben. Die zentrale Datenbank ermöglicht eine schnelle Auswertung. Die Daten dienen als Basis für eine Befallsprognose. Derzeit gibt es bereits 447 digital erfasste Fallen, bei geringerem Arbeits- und Kostenaufwand.

Welcher Zusammenhang zwischen Insekt und Pflanzenschäden aber wirklich besteht, ist weniger sicher. Tomislav Kos von der Universität für Landwirtschaft in Zagreb hat Zusammenhänge zwischen Larvenaufkommen, Wurzelschäden und Ernteverlusten anhand mehrjähriger Versuche berechnet.

Die Zahl der Larven weist zwar einen starken Zusammenhang mit auftretenden Wurzelschäden auf, reicht aber nicht für eine Prognose für umgeknickte Maispflanzen. Die Zahl der Larven, so das Fazit, ist zwar der wichtigste Parameter für eine Berechnung der Ernteverluste, aber der regionale Witterungsverlauf kann diese auch aufheben. Für die Erarbeitung von Schadensschwellen müssten die Wechselwirkungen zwischen Larven und Witterung weiter erforscht werden.

Daher ist die mögliche Ausbreitung des Westlichen Maiswurzelbohrers in Deutschland auch noch offen. Silke Krügener vom JKI hat Deutschland in 3,5 Quadratkilometer große Zellen eingeteilt und mit fördernden und hemmenden Einflüssen, wie kontinuierlichem Maisanbau oder Wälder, die Wanderung des Käfers bis 2021 simuliert. Ohne Gegenmaßnahmen bei hohem Wachstumspotenzial könnte der Käfer in 20 Jahren die Hälfte Deutschlands besiedelt haben.

Bei Gegenmaßnahmen mit einem Effizienzgrad von 90 Prozent könnte die Käferpopulation auf ihrem heutigen Gebiet verharren. Einwanderungen aus den Nachbarländern sind in der Simulation aber nicht berücksichtigt. Das Modell soll noch um Klimaeffekte erweitert werden.

Weitere Informationen:
http://diabrotica.jki.bund.de/

Roland Krieg | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Brasilianische Rinder als Modelle für Hitzetoleranz im Dienste der Wissenschaft
24.05.2016 | Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

nachricht Mehr als 20 Jahre nach dem „Waldsterben“: Haben sich Wälder und Waldböden erholt?
20.05.2016 | Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiroler Technologie zur Abwasserreinigung weltweit erfolgreich

Auf biologischem Weg und mit geringem Energieeinsatz wandelt ein an der Universität Innsbruck entwickeltes Verfahren in Kläranlagen anfallende Stickstoffverbindungen in unschädlichen Luftstickstoff um. Diese innovative Technologie wurde nun gemeinsam mit dem US-Wasserdienstleister DC Water weiterentwickelt und vermarktet. Für die Kläranlage von Washington DC wird die bisher größte DEMON®-Anlage errichtet.

Das DEMON®-Verfahren wurde bereits vor elf Jahren entwickelt und von der Universität Innsbruck zum Patent angemeldet. Inzwischen wird die Technologie in rund...

Im Focus: Worldwide Success of Tyrolean Wastewater Treatment Technology

A biological and energy-efficient process, developed and patented by the University of Innsbruck, converts nitrogen compounds in wastewater treatment facilities into harmless atmospheric nitrogen gas. This innovative technology is now being refined and marketed jointly with the United States’ DC Water and Sewer Authority (DC Water). The largest DEMON®-system in a wastewater treatment plant is currently being built in Washington, DC.

The DEMON®-system was developed and patented by the University of Innsbruck 11 years ago. Today this successful technology has been implemented in about 70...

Im Focus: Optische Uhren können die Sekunde machen

Eine Neudefinition der Einheit Sekunde auf der Basis von optischen Uhren wird realistisch

Genauer sind sie jetzt schon, aber noch nicht so zuverlässig. Daher haben optische Uhren, die schon einige Jahre lang als die Uhren der Zukunft gelten, die...

Im Focus: Computational High-Throughput-Screening findet neue Hartmagnete die weniger Seltene Erden enthalten

Für Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und erneuerbare Energien ist der Einsatz von starken Dauermagneten von großer Bedeutung. Für deren Herstellung werden Seltene Erden benötigt. Dem Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg ist es nun gelungen, mit einem selbst entwickelten Simulationsverfahren auf Basis eines High-Throughput-Screening (HTS) vielversprechende Materialansätze für neue Dauermagnete zu identifizieren. Das Team verbesserte damit die magnetischen Eigenschaften und ersetzte gleichzeitig Seltene Erden durch Elemente, die weniger teuer und zuverlässig verfügbar sind. Die Ergebnisse wurden im Online-Fachmagazin »Scientific Reports« publiziert.

Ausgangspunkt des Projekts der IWM-Forscher Wolfgang Körner, Georg Krugel und Christian Elsässer war eine Neodym-Eisen-Stickstoff-Verbindung, die auf einem...

Im Focus: University of Queensland: In weniger als 2 Stunden ans andere Ende der Welt reisen

Ein internationales Forschungsteam, darunter Wissenschaftler der University of Queensland, hat im Süden Australiens einen erfolgreichen Hyperschallgeschwindigkeitstestflug absolviert und damit futuristische Reisemöglichkeiten greifbarer gemacht.

Flugreisen von London nach Sydney in unter zwei Stunden werden, dank des HiFiRE Programms, immer realistischer. Im Rahmen dieses Projekts werden in den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie sieht die Schifffahrt der Zukunft aus? - IAME-Jahreskonferenz in Hamburg

27.05.2016 | Veranstaltungen

Technologische Potenziale der Multiparameteranalytik

27.05.2016 | Veranstaltungen

Umweltbeobachtung in nah und fern

27.05.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stressoren erkennen, Belastungen reduzieren, Fachwissen erlangen

27.05.2016 | Seminare Workshops

HDT SOMMERAKADEMIE 2016

27.05.2016 | Seminare Workshops

11 Millionen Euro für die Erforschung von Magnetfeldsensoren für die medizinische Diagnostik

27.05.2016 | Förderungen Preise