Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maisernte leidet unter Temperaturanstieg

31.03.2011
Mais gilt als relativ dürretolerante Pflanze. Dennoch kann schon ein Temperaturanstieg um ein Grad zu signifikanten Ertragsverlusten führen, folgern Forscher aus historischen Daten.

Von 1999 bis 2007 führte das International Maize and Wheat Improvement Center (CIMMYT) im subsaharischen Afrika 20.000 Anbauversuche mit Mais durch. Jetzt haben Agrarwissenschaftler die Daten dieser Jahre genutzt, um nach einem Zusammenhang zwischen Ertrag und Temperatur zu schauen.

Selbst bei optimaler Wasserversorgung führt demnach bereits ein Temperaturanstieg um ein Grad Celsius in zwei von drei Anbauregionen in Afrika zu Ernteverlusten, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe von „Nature Climate Change“.

Richtig ernst wird es der Studie zufolge, wenn zum Temperaturanstieg Dürre hinzukommt. Dann erleiden alle Anbauregionen durch das zusätzliche Grad erhöhte Verluste, in drei von vier Fällen sinkt der Ertrag mindestens um ein Fünftel. Je länger Mais einer Temperatur oberhalb von 30 Grad Celsius ausgesetzt ist, desto stärker geht der Ertrag zurück. Jeden Tag etwa ein Prozent. Kombiniert mit Trockenheit verstärke sich der Effekt auf 1,7 Prozent je Tag – ein Szenario, das infolge des Klimawandels in weiten Teilen Afrikas, Asiens und Zentralamerikas vermehrt auftreten dürfte. Mit der Studie bestätigt sich auch, dass Mais auf hinreichend verfügbares Wasser angewiesen ist, um erhöhte Temperaturen zu bewältigen.

Bislang galt es als schwierig, belastbare Prognosen zu tätigen, wie die wichtigen Getreide der Welt auf den Klimawandel reagieren werden – und wie sich dadurch die Ernährungssituation verändern wird. Entsprechende Versuche wurden lediglich für Industrienationen durchgeführt, doch diese Ergebnisse lassen sich aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen nicht auf Länder wie China, Indien oder Brasilien übertragen, erst recht nicht auf das subsaharische Afrika.

Allerdings gibt es aus Anbauversuchen, die beispielsweise neue Sorten erproben sollten, Ertragsdaten für alle relevanten Anbauregionen. Bloß habe bislang niemand auf diese Daten zurückgegriffen, um die Temperaturabhängigkeit anderswo als in Nordamerika und Europa zu bestimmen. Die Forscher empfehlen deshalb, für ein vollständiges und genaues Bild die Methode der neuen Studie zu kopieren und historische Anbaudaten mit den entsprechenden Wettermessdaten zu kombinieren. Wo keine Messstationen in der Nähe der Versuchsfelder existieren, könne man aus den beiden nächstgelegenen Stationen das lokale Wetter interpolieren.

Quelle:
David B. Lobell et all. “Nonlinear heat effects on African maize as evidenced by historical yield trials”; Nature Climate Change (published online March 2011) http://www.nature.com/nclimate/journal/v1/n1/full/nclimate1043.html

David B. Lobell | Pflanzenforschung.de
Weitere Informationen:
http://www.pflanzenforschung.de/journal/aktuelles/maisernte-leidet-unter-temperaturanstieg?piwik_campaign=newsletter

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie