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Mais & Erdnuss auf einem Feld: Universität Hohenheim steigert Erträge durch Mischanbau

07.09.2010
Bis zu 30 % höhere Ausnutzung von Ackerland / Einstufung als Forschungs-Highlight der American Society of Agronomy

Konkurrenz belebt das Geschäft – ganz offensichtlich auch auf dem Acker. Denn die in Afrika und Asien verbreitete Praxis von Kleinbauern Mais, Weizen oder Erdnuss gleichzeitig auf einer gemeinsamen Parzelle anzubauen, bringt tatsächlich höhere Ernte-Erträge.

Zu diesem Ergebnis kommen Agrarforscher vom Institut für Kulturpflanzenwissenschaften der Universität Hohenheim in einer aktuellen Studie, die sie im Rahmen eines deutsch-chinesischen Kooperationsprojekts durchführten. Eine Arbeit, die inzwischen internationale Aufmerksamkeit erregte: Von der American Society of Agronomy wurde die Studie in das Research Highlight Program 2010 aufgenommen.

Mais und Weizen oder Mais und Erdnuss – gleichzeitig auf einem Feld. Intercropping heißt das Phänomen, wenn zwei oder mehr Feldfrüchte innerhalb eines Feldes und einer Vegetationsperiode angebaut werden. Besonders in Asien und Afrika ist dieses Anbau-System weit verbreitet. Sein Vorteil: Besonders Kleinbauern schaffen mit diesem System eine optimale Ausnutzung ihrer kleinen Flächen in möglichst kurzer Zeit. Das schont Ressourcen und könnte damit ein weiterer Schritt zu nachhaltiger Landwirtschaft sein.

Heike Knörzer vom Institut für Kulturpflanzenwissenschaften, Fg. Allgem. Pflanzenbau und Bettina Müller vom Fg. für Bioinformatik belegen in ihrer aktuellen Studie, dass die Landnutzungskapazität in den untersuchten Anbausystemen um durchschnittlich 20 bis 30 % höher lag. Die Wissenschaftlerinnen der Universität Hohenheim prüften die Fruchtart-Kombinationen Mais/Weizen, Mais/Erbse und Mais/Erdnuss und konnten in zwei von drei Fällen höhere Korn- und Trockenmasse-Erträge nachweisen. Kleinparzellierte Agrarlandschaften, wie sie zum Beispiel in China vorzufinden sind, haben somit durchaus ein strukturell bedingtes erhöhtes Ertragspotenzial.

Deutsch-chinesische Kooperation

Die Pflanzen-Expertinnen haben den Intercropping-Anbau pflanzenbaulich und statistisch ausgewertet und in seinem Erfolg bewertet. In Feldversuchen analysierten die Wissenschaftler die Anbauflächen mit Hilfe von räumlichen Modellen und lieferten somit erstmals eine verbesserte Methode, Intercropping-Feldversuche zu bewerten.

Die Studie ist eine deutsch-chinesische Kooperation. Nicht nur Wissenschaftler des Instituts für Kulturpflanzenwissenschaften der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Wilhelm Claupein, Prof. Dr. Simone Graeff-Hönninger und Prof. Dr. Hans-Peter Piepho, sondern auch Wissenschaftler der Chinese Agricultural University in Beijing, Buqing Guo und Prof. Pu Wang, forschten drei Jahre lang an der verbesserten Anbau-Methode.

Hintergrund

Eingebettet war die Forschung in das Internationale Deutsch-Chinesische Graduiertenkolleg (IRTG) „Modellierung von Stoffflüssen und Produktionssystemen für eine nachhaltige Ressourcennutzung in intensiven Acker- und Gemüsebausystemen in der nordchinesischen Tiefebene“, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Ministry of Education of the PR China (MOE) finanziert wird. Der Pflanzenbau als Teilprojekt innerhalb dieser IRTG untersuchte dabei grundsätzliche Vor- und Nachteile sowie Effekte von Intercropping.

Die Publikation „Extension and Evaluation of Intercropping Field Trials Using Spatial Models“, veröffentlicht 2010 in der Mai-Juni-Ausgabe des Agronomy Journal 102 (1023-1031), wurde von der American Society of Agronomy zusammen mit der Crop Science Society of America und der Soil Science Society of America (ASA-CSSA-SSSA) ausgewählt und in ihr Research Highlight Program 2010 aufgenommen. Zusätzlich zur Veröffentlichung im Agronomy Journal wird eine Zusammenfassung der Publikation nun auch im CAS News Magazine, dem Crops and Soils Magazine, dem News Flash und auf der Society Homepage publiziert.

Kontakt für Medien:
Heike Knörzer, Universität Hohenheim, Fg. Allgem. Pflanzenbau, Tel. 0711/459-22359, E-Mail: knoerzer@uni-hohenheim.de

Text: Konstantinidis / Klebs

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de

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