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Landwirtschaft auf dem Großstadtdach

02.03.2011
inFarming-Konzept des Fraunhofer-Instituts

Wohin mit der Landwirtschaft, wenn die Ballungsräume immer weiter wachsen und grüne Felder den Gewerbegebieten weichen müssen? Neue Konzepte müssen her.

Das Oberhausener Fraunhofer-Institut UMSICHT will nun in Duisburg eine Stadtfarm errichten und dafür Fassaden und Dächer als landwirtschaftliche Flächen nutzen. Das Institut hat sich das Ziel gesetzt, Konzepte für gebäudeintegrierte Landwirtschaft auf Gebäudedächern zu entwickeln und entsprechende Techniken und Anbauprozesse zu optimieren.

Die herkömmliche konventionelle Landwirtschaft sei sehr ressourcenintensiv. Denn neben der benötigten Fläche würden weltweit rund 70 Prozent des verfügbaren Trinkwassers verbraucht, so Fraunhofer UMSICHT. Darüber hinaus trage der Energieverbrauch in der Landwirtschaft mit etwa 14 Prozent zu den weltweiten CO2-Emissionen bei. Aus heutiger Sicht sei auch kein plausibler Weg zu sehen, um zukünftig potentiell zehn Milliarden Menschen auf den Ernährungsstand zu bringen, auf dem sich heute die reiche Welt, und damit circa 1,5 Milliarden Menschen, befinde.

Das Konzept "inFARMING" biete Ideen und Wege an, deren konkrete Vorteile in weniger Treibhausgasemissionen, einem geringeren Flächenverbrauch und weniger Versiegelung, minimierten Transportkosten, innerstädtischen Grünflächen und frischeren Produkten lägen.

Als besonderen Forschungsschwerpunkt kümmert sich das Institut um eine integrierte Energieversorgung durch Abwärmenutzung, Photovoltaik oder auch Kleinstwindkraftanlagen auf den Dächern. Im Bereich der Wasserversorgung werden die Wasserkreisläufe geschlossen, Schmutzwasser wird mittels Pflanzen gereinigt und wieder genutzt. "Gerade für Supermarktbetreiber könne das "inFARMING"-Konzept ein interessanter Ansatz für die Planung zukünftiger Filialen sein", beschreibt Projektleiter Volkmar Keuter die Aktivitäten des Instituts.

Auch im Ausland, vor allem in den Mega-Cities Asiens, spiele die zunehmende Flächenknappheit eine große Rolle. Wissenschaftler aus den Bereichen Ernähung, Energie- und Wasserwirtschaft, Ingenieure und Architekten hätten bereits verschiedene Ansätze der gebäudeintegrierten Landwirtschaft umgesetzt. Beispiele sind: Greenport India (Bangalore), Green Port (Shanghai), Science Barge (Hudson River), Greenpark Venlo.

Friederike Heidenhof | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.umsicht.fraunhofer.de

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