Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Komposteinsatz gegen bodenbürtige Pilzkrankheiten - Sämaschine zur Reihen-Applikation entwickelt

06.07.2011
Kompost aktiviert nicht nur das Bodenleben, sondern kann auch zur Unterdrückung von bodenbürtigen Pilzen beitragen.

Das haben Wissenschaftler des Fachbereichs Ökologische Agrarwissenschaften der Universität Kassel herausgefunden. In Gewächshausversuchen zeigte sich, dass eine Beimischung von Grüngutkomposten zum Substrat befallsmindernd auf verschiedene Pilzkrankheiten wirkt.

Kompostanteile zwischen zehn und 50 Volumenprozent konnten bodenbürtige Pilze wie Pythium ultimum (Verursacher zahlreicher Umfallkrankheiten), Rhizoctonia solani (Wurzeltöterkrankheit) sowie einige Phytophthora-Arten beispielsweise an Erbsen, Gurken und einigen Zierpflanzenarten effektiv kontrollieren.

"Im Freiland lassen sich solche hohen Kompostanteile jedoch nicht realisieren", stellte Dr. Christian Bruns beim Leguminosentag der Bioland-Beratung und des Ökorings in Göttingen fest. Zudem müsse beachtet werden, dass einige Verbände im ökologischen Landbau die Höchstmenge an Komposttrockenmasse auf fünf Tonnen pro Hektar und Jahr begrenzt haben. Da die positive Wirkung des Kompostes umso besser ist, je höher der Anteil im Substrat, versuchte man eine praxistaugliche Lösung zu finden.

In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe des Agrartechnikers Professor Dr. Oliver Hensel wurde eine Sämaschine mit Kompostbunker und entsprechenden Applikationsaggregaten entwickelt. Sie ermöglicht es, die Komposte dicht und in hoher Konzentration an den Befallsherd der Pilze zu platzieren. Das Modul eignet sich Bruns zufolge für viele Reihenkulturen. Es besteht aus Furchenzieher, Mischzinken, Säscharen, Zustreichschienen und einer Andruckwalze.

Zur Qualität des Komposts sagte Bruns, dass vorzugsweise Grüngutkomposte aus Baum- und Strauchschnitt eingesetzt werden sollten. Diese zeichneten sich durch eine moderate Salzkonzentration und gleichmäßige Nährstoffnachlieferung aus. Grundsätzlich könnten zertifizierte Komposte verwendet werden (RAL Gütezeichen; siehe auch Anhang in der Betriebsmittelliste des FiBL); als günstig erwiesen hätten sich Partien aus dem April oder dem frühen Herbst. Da Grasschnitt den Kaliumgehalt hebe, sollte er nicht enthalten sein. Stickstoffgehalte über zwei Prozent sind laut Bruns "zu powerig". Das C:N-Verhältnis solle bei 15 bis 20 liegen. Während der Kompostierung liege der optimale Wassergehalt bei 30 bis 40 Prozent, der Sauerstoffgehalt sollte nicht unter 15 Prozent sinken.

Die Witzenhausener Wissenschaftler arbeiten weiter an der Praxiseinführung ihres Systems. Erste vielversprechende Versuche gab es auch mit pelletierten Komposten. Die Pellets könnten zusammen mit dem Saatgut gemeinsam ausgebracht werden.

Resümierend stellte Bruns fest, dass der Einsatz von Kompost eine Maßnahme zur Verbesserung des Leguminosenanbaus in viehschwachen Betrieben sein könnte. In seinen Untersuchungen hat nicht nur die gegenüber bodenbürtigen Krankheiten empfindliche Erbse vom Komposteinsatz profitiert, auch beim nachfolgenden Weizen waren höhere Erträge zu verzeichnen.

Dr. Ute Zöllner | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Intelligente Haustechnik hört auf „LISTEN“

17.01.2017 | Architektur Bauwesen

Satellitengestützte Lasermesstechnik gegen den Klimawandel

17.01.2017 | Maschinenbau