Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klauentierzentrum entsteht an der Universität Leipzig

18.10.2011
Kranke Rinder, Schafe und Schweine werden künftig in einer Funktionseinheit Klauentiermedizin an der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig behandelt. Das sachsenweit einzigartige Projekt bündelt alle kompetenten Fachleute der Fakultät zur Behandlung von Klauentieren, wie der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Uwe Truyen, sagte. Ein einstimmiger Beschluss des Fakultätsrates zur Gründung einer solchen Funktionseinheit sei bereits gefasst worden. Im Frühjahr 2012 solle die inhaltliche Arbeit beginnen, erklärte Truyen.

In dieser Funktionseinheit, die innerhalb der nächsten Jahre in ein eigenständiges Klauentierzentrum entwickelt werden soll, sind nach seinen Worten drei Professuren angesiedelt. Behandelt werden neben Rindern, Schafen und Schweinen auch Ziegen, Lamas und Alpakas.

Bisher seien die Tiere je nach Krankheit in verschiedenen Kliniken auf dem Fakultätsgelände behandelt worden. Künftig sollen alle Kompetenzen in dem Zentrum vereint werden, da sich von Spezialisten für Geburtshilfe, Innere Medizin bis hin zu Chirurgen alle Profis zur Behandlung von Klauentieren unter einem Dach befinden. "Das vereinfacht die Logistik und die Lehre, ist außerdem praxisgerechter als die bisherige Handhabung. Wir strukturieren damit die Klinikarbeit völlig neu", beschreibt Truyen die Vorzüge dieser Neuerung. Die Tiere würden sowohl in dem Zentrum als auch in den landwirtschaftlichen Betrieben direkt vor Ort behandelt.

Dadurch werde die Arbeit effizienter, Diagnosen können ihm zufolge wesentlich rascher gestellt werden und die Behandlung dadurch auch schneller beginnen. Neben den drei Professoren werden in dem Zentrum künftig etwa zehn weitere Wissenschaftler beschäftigt sein.

"Der Tierhalter oder Betrieb soll nicht mehr überlegen müssen, wohin er sein krankes Tier bringt", sagt Prof. Dr. Heinz-Adolf Schoon von der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig. "Wir untersuchen das Klauentier und entscheiden dann, welcher Experte aus unserem Team helfen kann, ob Chirurg, Fortpflanzungsmediziner oder ein anderer Spezialist." Zugleich sei die neue Funktionseinheit der Beginn eines Strukturwandels in der Fakultät: weg von den Disziplinenkliniken, hin zu Tierart-spezifischen Kliniken. Auf dem 6. Leipziger Tierärztekongress vom 19. bis 21. Januar 2012 wird die Fakultät das neue Klauentierzentrum vorstellen. Ähnliche Kliniken gebe es zwar auch andernorts, aber nirgends seien alle benötigten Ressourcen und Expertisen so gebündelt wie in Leipzig, sagt Prof. Schoon, der selbst Direktor des Instituts für Veterinär-Pathologie an der Universität Leipzig ist.

Schoon hat als Vorsitzender der Entwicklungs- und Planungskommission die Gründung des Zentrums mit vorangetrieben. Innerhalb von sechs Jahren sollen auch die vorhandenen Ressourcen im Bereich Pferde in einer entsprechenden Einheit gebündelt werden. So sieht es der Zwei-Stufen-Plan aus dem Fakultätsratsbeschluss vor. Die Funktionseinheit Klauentiermedizin könnte schon Ende 2011 etabliert sein, wie Prof. Schoon sagt. "Sobald die Professur für Krankheiten der Wiederkäuer, Schwerpunkt Rind, besetzt ist, geht es los", berichtet er. Das Berufungsverfahren stehe kurz vor dem Abschluss. Zum Klauentierzentrum sollen außerdem eine Professur für Bestandsbetreuung und eine Professur speziell für Krankheiten der Schweine gehören.

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Uwe Truyen
Telefon: +49 341 97-38150
E-Mail: truyen@vmf.uni-leipzig.de

Susann Huster | Universität Leipzig
Weitere Informationen:
http://www.vmf.uni-leipzig.de

Weitere Berichte zu: Chirurg Klauentier Klauentiermedizin Klauentierzentrum Ressource Rind Schaf Schwein Truyen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise