Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Keine Chance für Bremsen und Co. - Textiler Insektenschutz für Pferde

19.04.2011
Pferdebesitzer kennen das Problem: Jedes Jahr im Sommer werden die Tiere von Stechmücken und Bremsen umschwärmt. Für einige Tiere werden die Insekten zu einer echten Bedrohung, sie reagieren allergisch auf Insektenstiche und bekommen massive gesundheitliche Probleme wie z.B. das gefürchtete Sommerekzem.

Bisher wurden Pferde, um sie vor den Insekten zu schützen, täglich mit Insektensprays eingesprüht, was auf Dauer teuer und oftmals auch gesundheitlich bedenklich ist.


Die fertige Decke schützt das Pferd durch ein durchstichfestes Material und das Reppelent.

Am Institut für Hygiene und Biotechnologie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim wurde unter der Leitung von Dr. Timo Hammer in Zusammenarbeit mit der HKM Sports Equipment GmbH, Neuenhaus im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts (ZIM KF 2136703SB9) an einem funktionellen Schutz der Tiere geforscht. Im Allgemeinen gibt es zwei Möglichkeiten um Tiere und Menschen vor Insektenstichen zu schützen, einerseits durch die Anwendung Insekten-abschreckender Substanzen, so genannter Repellents. Andererseits durch einen mechanischen Schutz – die Mücke landet zwar auf ihrem Opfer, wird aber durch ein Textil am Stich gehindert.

Ziel des Projektes war es, eine Decke zu entwickeln, die durch die Kombination beider Wirkprinzipien, mechanisch und chemisch, die größtmögliche Sicherheit bietet. Das Textil soll für möglichst viele unterschiedliche Insekten durchstichsicher sein, also für kleine Stechmücken wie auch für große Bremsen. Um dies zu überprüfen entwickelten die Hohensteiner Forscher eigens ein Prüfsystem für die Durchstichfestigkeit von Textilien. Bei diesem Test werden die unterschiedlichen Beiß- und Stichwerkzeuge mitteleuropäischer Schadinsekten simuliert. Neben der mechanischen Schutzwirkung soll die Decke für das Pferd angenehm zu tragen und das Repellent hautverträglich sein. Eine weitere Anforderung an das Textil ist, dass die Tiere darunter nicht schwitzen und dass beim Ablecken der Insektenschutzdecke keine toxikologischen Stoffe aufgenommen werden.

Das Ergebnis des Forschungsprojektes ist eine Decke, die durch ein extrem leichtes Abstandsgewirke und die optimierte Passform das Pferd großflächig schützt und dabei angenehm zu tragen ist. Das leichte Material der Decke führt dazu, dass die Tiere auch im Hochsommer keinen Hitzestau erleiden. Zudem hat das Textil eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit, so dass auch ein Abdampfen schwitzender Tiere kein Problem darstellt. Bei der Einarbeitung des Repellents wurde eine praktikable und zugleich schonende Lösung gefunden. Die Schutzdecke kann mit austauschbaren Wirkstoff-Applikatoren bestückt werden. Dadurch ist das Tier über mehrere Wochen durch natürliche Wirkstoffe vor Insekten geschützt Die Kunststoffapplikatoren können problemlos erneuert und somit auf einen Überschuss an Chemie verzichtet werden. Die Decke ist zudem wasch- und witterungsbeständig und dadurch für den dauerhaften Einsatz geeignet. „Die innovative Pferdeschutzdecke ist ein gelungenes Beispiel für den schnellen Transfer einer guten Idee in ein marktfähiges Produkt.“ so Dr. Timo Hammer. Die neue Pferdeschutzdecke wird ab dem Sommer 2012 im Handel erhältlich sein.

Das Projekt ZIM KF 2136703SB9 wurde gefördert vom Bundesministerium für
Wirtschaft und Technologie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Rose-Marie Riedl | idw
Weitere Informationen:
http://www.hohenstein.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit