Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kasseler Forscher wollen Energie gewinnen und gleichzeitig die Natur stärken

12.07.2011
Energie gewinnen und die natürliche Vielfalt stärken soll künftig eine nachhaltige Methode der Grünlandbewirtschaftung. Daran forscht das Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Uni Kassel im Projekt „Bioenergie-Regionen stärken“.

Im Teilprojekt „BESTGRAS“ untersuchen Kasseler Forscher unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Michael Wachendorf die Auswirkungen eines Agroforstsystems. Dies ist eine Kombination aus Land- und Forstwirtschaft.

Dabei werden im Streifenanbau Kurzumtriebsplantagen schnell wachsender Baumarten wie Weiden oder Pappeln im Wechsel mit Grünlandbeständen angelegt. Neben einem standortüblichen Grünland wird auch ein besonders arten-reiches Grünland untersucht.

Diese Kombination einer artenreichen Pflanzenmischung unterstützt sowohl den Biomassegewinn als auch die Natur. „Die Wechselwirkungen des Mischanbaus wirken sich positiv auf die Ernte und somit auf die Energieproduktion aus, da sich die die Pflanzenarten gegenseitig fördern.

Darüber hinaus entsteht ein vielfältigeres Ökosystem“, sagt Prof. Wachendorf. Vorteil für die Natur: durch eine größere Vielfalt blühender Pflanzen entstehen mehr Lebensräume für Tiere. So werden sowohl Pflanzen- als auch Tierwelt gestärkt. Der Artenreichtum wächst, die Biodiversität erhöht sich.

In Deutschland betrug der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch im Jahr 2010 elf Prozent, wovon der größte Teil in Form von Biomasse bereitgestellt wurde. Daher sammeln die Wissenschaftler in den Erntejahren 2011 und 2012 Ergebnisse aus den Projektregionen „Göttinger Land“ und „Thüringer Ackerebene“ und untersuchen, inwieweit sich ein derartiges Agroforstsystem ökologisch aber auch wirtschaftlich auswirkt.

Für land- und forstwirtschaftliche Betriebe sowie Verwaltungs- und Beratungseinrichtungen könnten die untersuchten Anbau- und Nutzungsverfahren künftig beispielgebend sein. Die Erschließung derartiger Potenziale und die Entwicklung innovativer Anbausysteme gewinnen zunehmend an Bedeutung, da der Bedarf an Energiepflanzen künftig steigen wird und diese dabei in Flächenkonkurrenz beispielsweise mit der Nahrungsmittelerzeugung treten. Unter Koordination des Forschungszentrums Waldökosysteme der Universität Göttingen arbeiten elf Partner an dem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 3,37 Mil-lionen geförderten Verbundprojekt „Bioenergie-Regionen stärken“ (BEST).

Info
Prof. Dr. Michael Wachendorf
Universität Kassel
Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften
Fachgebiet Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe
Telefon 05542 981334
E-Mail: mwach@uni-kassel.de

Christine Mandel | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften