Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kartoffelstärke effizienter gewinnen

03.06.2009
Studie der TU Dresden und der Papiertechnischen Stiftung (PTS) zeigt: Aufwändige Trocknung und Extraktion sind nicht nötig

Kartoffelstärke für die Papier- und Wellpappenindustrie lässt sich wesentlich einfacher und kostengünstiger herstellen, wie eine Machbarkeitsstudie der TU Dresden in Zusammenarbeit mit der Papiertechnischen Stiftung (PTS) nachweist.

Sie prüften, inwieweit Substrate aus speziellen Erntemaschinen für die Stärkegewinnung und Reste aus der Kartoffelverarbeitung ohne aufwändige Trocknung und Extraktion direkt nutzbar sind. Das Vorhaben wurde vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), gefördert.

Die deutsche Papier- und Wellpappenindustrie setzt jährlich mehr als 500.000 Tonnen Stärke ein, von denen ein großer Teil aus Kartoffeln stammt. Aufgrund steigender Nachfrage nach pflanzlicher Stärke und den ständig wachsenden Herstellungskosten ist eine energieeffizientere und kostengünstigere Gewinnung zunehmend gefragt.

Die TU Dresden und die PTS prüften nun, inwieweit feuchtes Kartoffelsubstrat aus einer Kartoffelsubstrat-Erntemaschine und Kartoffelschalen unterschiedlicher Konsistenz als Additiv zur Herstellung von Wellpappenrohpapier geeignet sind. Damit ließen sich die bei der Stärkeproduktion sonst üblichen aufwändigen Trocknungs- und Extraktionsprozesse und so Energie und Kosten in erheblichem Umfang einsparen.

Insgesamt 15 Kartoffelsubstratproben, bestehend aus Schälresten aus drei Kartoffeln verarbeitenden Betrieben in Sachsen und Proben aus der Kartoffelsubstrat-Erntemaschine, wurden untersucht. Im Ergebnis waren sowohl das Erntemaschinen-Substrat als auch die Schälreste für die Wellpappenrohpapierherstellung prinzipiell geeignet. Auch wenn es an einigen Stellen noch Optimierungsbedarf gibt, ist der Einsatz des alternativ gewonnenen stärkehaltigen Rohstoffs schon jetzt wirtschaftlich möglich. So kann die Papierindustrie beim Einsatz der aufbereiteten Schälreste, die normalerweise aufwändig entsorgt werden müssen, rund 68 Prozent der Kosten für Stärke gegenüber der Verwendung herkömmlicher Stärke einsparen. Auch der Einsatz von feuchtem Kartoffelsubstrat aus dem Kartoffelsubstraternter bietet noch Preisvorteile von etwa 20 Prozent.

In dem jetzt abgeschlossenen Vorhaben wurde die grundsätzliche Machbarkeit des Ansatzes nachgewiesen. In einem Folgeprojekt sollen Rezeptur und Aufbereitung weiter optimiert und die Bereitstellung des Kartoffelsubstrates in gleichbleibender Qualität nachgewiesen werden. Danach steht der Anwendung des neuen Verfahrens in der Praxis nichts im Wege.

Der vollständige Abschlussbericht steht auf www.fnr.de zum Download bereit.

Dr. Torsten Gabriel | idw
Weitere Informationen:
http://www.fnr.de
http://www.nachwachsenderohstoffe.de/projekte-foerderung/projekte.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht „Antilopen-Parfüm“ hält Fliegen von Kühen fern
20.10.2017 | Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise