Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationales Jahr der Wälder 2011 - Wald ist nicht gleich Wald

18.05.2011
"Dunkler Fichtenwald im Morgennebel". Der Inbegriff der wilden Natur. Doch diese Vorstellung vom Naturwald stimmt bei uns nur in einigen Bereichen.

Tatsächlich haben die Wälder in Deutschland eine außerordentlich große Bandbreite an höchst unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie reichen von Kiefernwäldern auf trockenen Sanddünen über Buchenwälder mittlerer Standorte bis zu regelmäßig überfluteten Auenwäldern.

Man bezeichnet diese typischen Ausprägungen auch als Waldgesellschaften, weil sie typische "Gesellschaften" von Pflanzenarten aufweisen. Und auch wenn es hierzulande schon lange keine Urwälder mehr gibt, so sind doch viele unserer Wälder in ihrer Zusammensetzung den ursprünglichen Naturwäldern sehr ähnlich.

Buchenwälder sind bei uns die häufigsten naturnahen Waldgesellschaften, denn die Buche ist – besonders im westlichen Mitteleuropa – sehr konkurrenzstark. Sie mag "atlantische" Klimatönungen ohne lange Sommertrockenheit und ohne Spätfröste, ganz allgemein Standorte, die keine Extreme aufweisen.

Eichenmischwälder haben dagegen eine große ökologische Spannbreite – von Eichen-Hainbuchenwäldern der feuchten Niederungen bis zu submediterranen Flaumeichenwäldern auf trocken-heißen Südhängen. Man findet sie besonders dort, wo Buchen nur schlecht wachsen und kaum eine Wurzel in den Boden bringen: zum Beispiel wegen Nässe, Trockenheit oder auch auf sehr schwer durchwurzelbaren Tonböden.

Auenwälder wurden im Lauf der letzten Jahrhunderte recht selten, vor allem durch umfangreiche Flussbegradigungen und durch Umwandlung der Auen in Ackerflächen. Umso wichtiger sind die heute noch erhaltenen Feuchtwälder für den Naturhaushalt. Das gilt auch für die Moorwälder, die sich an den Rändern der Moore entwickeln. Wälder der "nassen" oder "trockenen", der "heißen" oder "kalten" Extremstandorte sind für die Artenvielfalt besonders wichtig.

Denn wegen der besonderen Lebensbedingungen haben sich hier außergewöhnliche Lebensgemeinschaften mit seltenen Arten entwickelt. Eichenwälder sind als artenreich bekannt, dagegen wurden die Buchenwälder lange unterschätzt. Doch auch die (an Blütenpflanzen) artenarmen und "eintönigen" Buchenwälder bieten einer großen Zahl von Arten Lebensmöglichkeiten, ganz besonders dort, wo kleine Bachläufe, Felsen oder Totholz eine Vielzahl an kleinen und kleinsten Lebensräumen bieten.

Weitere Informationen:
aid-Heft "Wald-Lebensräume", Bestell-Nr. 61-1550, 140 Seiten mit über 450 Bildern, 6,50 Euro, www.aid-medienshop.de

Rainer Schretzmann | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Polarstern ab heute unterwegs nach Spitzbergen, um Rolle der Wolken bei Erwärmung der Arktis zu untersuchen

24.05.2017 | Geowissenschaften