Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GVP-Monitoring muss wichtige Indikatorenarten berücksichtigen

08.08.2013
œ Online-Journal BioRisk stellt neue VDI-Richtlinien zum GVP-Monitoring vor

Heute erscheint die neue Ausgabe des Online-Journals BioRisk, die sich mit der Entwicklung und Standardisierung des Monitorings von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) beschäftigt.

Zusammengeschlossen unter dem Dach des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) stellen Fachleute unterschiedlicher Disziplinen in der neuen Ausgabe ausgewählte VDI-Richtlinien zum GVP-Monitoring vor, die nun auch faunistische Artengruppen erfassen. Die Erstellung der VDI-Richtlinien wurde im Rahmen eines Forschungs- und Entwicklungsvorhabens durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert.

Jeder Antrag auf Zulassung einer GVP, über die auf EU-Ebene entschieden wird, muss einen zugeschnittenen Monitoringplan enthalten, für dessen Umsetzung der Genehmigungsinhaber verantwortlich ist. Aus naturschutzfachlicher Sicht werden durch die bisherigen Monitoringpläne nicht alle relevanten Umwelteffekte hinreichend erfasst. „Mit den VDI-Richtlinien liegt nun ein umfangreiches und gutes Instrumentarium vor, um die Monitoringpläne zu verbessern und damit den gesetzlichen Rahmen besser auszufüllen.g sagte die BfN-Präsidentin, Prof. Beate Jessel.

„Geeignete Erhebungsmethoden sind die Voraussetzung für ein aussagekräftiges Monitoring der Umweltwirkungen von GVP. Amphibien, Wildbienen und Schmetterlinge sind Indikatorenarten, die bei einem Anbau von GVP Aufschluss über mögliche schädliche Wirkungen geben können. Sie müssen daher vorrangig Gegenstand des GVP-Monitoring sein. Für sie fehlten bisher aber geeignete Methoden, um mögliche negative Auswirkungen des GVP-Anbaus auf ihre Populationen aufdecken zu könneng, so Jessel.

Deshalb haben die Expertinnen und Experten des VDI dem breiten Spektrum an VDI-Richtlinien zum GVP Monitoring nun Richtlinien für die Erfassung faunistischer Artengruppen hinzugefügt. Dafür wurden bereits praktizierte und bewährte Methoden modifiziert und ergänzt. Diese Richtlinien sind auch für ein allgemeines Biodiversitätsmonitoring in der Agrarlandschaft einsetzbar.

Während die Methode zur Erfassung von Schmetterlingen bereits als fertig erstellte Richtlinie - als sogenannter Weißdruck - vorliegt, befindet sich die Richtlinie zur Erfassung von Amphibien als sogenannter Gründruck im öffentlichen Einspruchsverfahren und die Standardisierung der Erfassung von Wildbienen ist noch in der Bearbeitung.

Die Erstellung und Verabschiedung der VDI-Richtlinien erfolgt nach einem streng festgelegten Verfahren und die an der Erstellung beteiligten Fachleute sind ausschließlich ehrenamtlich tätig. Damit wird eine breite Akzeptanz der Standardmethoden erreicht. In den europäischen Leitlinien für das GVP-Monitoring wird die Verwendung standardisierter Methoden ausdrücklich empfohlen. Dies gewährleistet neben einer hohen Qualität, die Belastbarkeit, Reproduzierbarkeit und europaweite Vergleichbarkeit der erhobenen Daten.

Adressaten für die VDI-Richtlinien sind alle an der Erfassung und Bewertung von Umweltwirkungen gentechnisch veränderter Pflanzen beteiligten Akteure und Institutionen. Die Richtlinien sind zweisprachig, in Deutsch und Englisch, verfasst und können über den Beuth-Verlag bezogen werden. Bereits als Weißdrucke des VDI verfügbar sind Methoden zum Nachweis von Gen-Konstrukten in der Umwelt, zur Messung des Pollenfluges über technische und biologische Pol-lensammler oder die Beobachtung des Vorkommens von GVP und ihren Kreuzungspartnern au-ßerhalb der Anbauflächen.

Zugleich gibt eine weitere Richtlinie Hilfestellung für die Planung einer Beobachtung von Auswirkungen auf Bodenorganismen. Dabei können anhand eines detaillierten Entscheidungsbaums aus dem komplexen Gefüge der Bodenlebensgemeinschaften relevante Organismen und Methoden ausgewählt werden.

Die aktuelle BioRisk-Ausgabe zum Thema GVP-Monitoring finden Sie zum kostenfreien Down-load unter:

http://www.pensoft.net/journals/biorisk/issue/8/

Franz August Emde | Bundesamt für Naturschutz
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de
http://www.pensoft.net/journals/biorisk/issue/8/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Autonomes Fahren wirft viele Fragen auf

20.09.2017 | Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Molekulare Kraftmesser

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen

20.09.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strom im Flug erzeugen

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik