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Grünlandbrache und ihre Auswirkungen - Vegetation verändert sich

05.12.2012
Die Nutzungsaufgabe von Grünland führt zur floristischen Artenverarmung.

Das ergab eine Studie des Lehr- und Forschungszentrums Raumberg-Gumpenstein und des Bundesamtes und Forschungszentrums für Wald in Wien, die im Rahmen des 17. Alpenländischen Expertenforums vorgestellt wurde.

Die Wissenschaftler hatten die Auswirkungen einer Nutzungsaufgabe auf die Artenzusammensetzung und Pflanzenvielfalt im montanen Grünland in Abhängigkeit von unterschiedlichen Standortbedingungen untersucht.

Die neunjährige Studie fand auf Grünflächen der Steiermark statt, die repräsentativ für das Grünland im Berggebiet Österreichs sind: auf einer steilen, 30 Grad nach Süden geneigten Weide und auf einer Mähwiese auf einer Hangebene unmittelbar darunter.

Der Oberboden der Mähwiese wies deutlich höhere Nährstoffgehalte auf als die Weide. Beide Flächen werden seit 2001 nicht mehr genutzt. Die Studie ergab, dass die Veränderungen der Artenzusammensetzung stark von der Nährstoffverfügbarkeit im Boden abhängen.

Auf der nährstoffreichen Mähwiese hat sich nach neun Jahren die Artenvielfalt stark verändert. Die Diversität verminderte sich von 48 Pflanzenarten auf 22. Dabei sind zwei neue Arten aufgetreten, 28 verschwunden. Auf dem nährstoffärmeren Südhang verminderte sich die Zahl der Pflanzenarten im selben Zeitraum nur von 73 auf 70 Arten. Acht Pflanzenarten sind neu aufgetreten, elf verschwunden.

Die Untersuchung zeigt, dass auf nährstoffreichen Böden die Geschwindigkeit und das Ausmaß der floristischen Artenverarmung deutlich größer sind als auf nährstoffarmen Böden. Daneben bestätigt sie die "intermediate disturbance hypothesis" wonach das Fehlen einer Störung zur Verminderung der Pflanzenvielfalt führt.

Um auch auf brachgefallenem Grünland die Pflanzenvielfalt zu erhalten, sollten demnach an den Nährstoffgehalt angepasste Pflegemaßnahmen des Bodens durchgeführt werden: auf nährstoffreichen Böden mindestens alle drei Jahre, auf nährstoffarmen Böden circa alle fünf bis zehn Jahre.

Annalena Schraut | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

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