Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Größtes Waldgebiet der Welt stark bedroht

27.08.2009
Subpolare Forste in Kanada, Nordeuropa und Russland betroffen

Bisher stand zumeist der Verlust der tropischen Regenwälder im Brennpunkt des öffentlichen Interesses. Nun hat ein internationales Forscherteam der University of Adelaide, der Memorial University in Neufundland und der National University in Singapur festgestellt, dass die Wälder der subpolaren Arktisregionen ebenso extrem gefährdet sind.

Diese so genannten borealen Wälder bilden das weltweit größte Waldsystem. 60 Prozent der Wälder liegen in Russland, 30 Prozent in Kanada, die restlichen zehn Prozent verteilen sich auf Alaska, die baltischen Staaten, Skandinavien und Island.

Diese Wälder machen etwa ein Drittel des weltweiten Waldbestandes aus - der WWF hat die Fläche mit insgesamt 15 Mio. Quadratkilometer berechnet. Aufgrund der dünnen Besiedlung in den Randzonen galten sie als kaum gefährdet. "Wir haben den ganzen Fokus auf die Rodung und den Verlust der tropischen Wälder gelegt. Nun sieht es ganz danach aus, als ob hier das gleiche Schicksal droht wie im Amazonas", so Studien-Co-Autor Corey Bradshaw vom Umweltinstitut der University of Adelaide. In der Vergangenheit bestimmten Brände und Insektenfraß die Dynamik dieser Wälder. Mit der gesteigerten Nachfrage nach Ressourcen, dringen Menschen immer weiter in die bisher noch Großteils unberührten Regionen vor", schreibt Studien-Co-Autor Ian Warkentin von der Memorial University of Newfoundland. Das führe zur Fragmentierung der Wälder.

"Das größte Problem in den borealen Wäldern etwa auf der Halbinsel Kamtschatka ist der nicht nachhaltige Holzschlag", erklärt WWF-Waldexperte Frank Mörschel http://www.wwf.de im pressetext-Interview. Das habe bereits in der ehemaligen Sowjetunion begonnen. Eine Umstellung auf Nachhaltigkeit dauert extrem lange. "Das gleiche Schicksal droht allerdings auch anderen borealen Wäldern. Die großen unerschlossenen Waldgebiete im Norden der Erde sind ein "Hot Spot" der Biodiversität. "Hier leben Großsäuger wie etwa Karibuherden, die große und weite Flächen brauchen", so Mörschel. Die von Nadelbäumen dominierte Waldlandschaft erscheine auf den ersten Blick recht gleichförmig und beherberge weniger Arten als die tropischen Pendants. Dennoch sei dieser einzigartige und charakteristische Lebensraum genauso schützenswert wie die artenreichen Tropenwälder. Die borealen Wälder Russlands gehören, so die Studie, zu den am stärksten zerstörten. Alle betroffenen Länder, mit Ausnahme von Schweden, haben weniger als zehn Prozent ihrer Waldflächen vor Holzeinschlag geschützt.

Obwohl Waldbrände zu natürlichen Zyklen gehören, steigt die Zahl der Brände mit der zunehmenden menschlichen Aktivität, kommen die Forscher zum Schluss. Mörschel gibt auch zu bedenken, dass durch den Holzeinschlag große Mengen an CO2 freiwerden. Das Problem verschärfe sich zudem dadurch, dass ein Großteil der Wälder nicht von selbst nachwächst. Zudem drohen einige der abgeholzten Waldflächen zu versumpfen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.adelaide.edu.au
http://www.mun.ca
http://www.nus.edu.sg

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise