Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Getreideforschung: Elf Projekte sollen ertragreiche und umweltstabile Weizensorten liefern

24.01.2014
Weizen ist weltweit eine der wichtigsten Kulturpflanzen. Um den Ertragsfortschritt zu fördern, sollen internationale Forschungsaktivitäten bei der Züchtung von Weizen stärker gebündelt und vernetzt werden.

Dazu fördert das Bundeslandwirtschaftsministerium 2014 elf Verbundprojekte. Beispiele erfolgreicher Getreideforschung gab es auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin. Dort ging es um die Backqualität von Weizen sowie Ertragssteigerung bei Roggen.

Um den steigenden Nahrungsmittelbedarf der stetig wachsenden Weltbevölkerung decken zu können, fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zum Thema Weizenzüchtung in den kommenden drei bis fünf Jahren elf innovative Verbundprojekte mit einer Summe von rund zwölf Millionen Euro.

Dabei kooperieren wissenschaftliche Einrichtungen und Wirtschaftspartner aus der praktischen Pflanzenzüchtung. Langfristiges Ziel ist die Entwicklung besonders ertragreicher, umweltstabiler Weizensorten. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wird die Forschungsarbeiten als Projektträger im Innovationsprogramm koordinieren.

Weizen wird weltweit auf über 215 Millionen Hektar angebaut und ist neben Reis und Mais die wichtigste Kulturpflanze. In den vergangenen Jahren fiel der Ertragsfortschritt beim Weizen jedoch geringer aus als bei anderen Kulturarten. Der prognostizierte Klimawandel lässt erwarten, dass sich die Bedeutung bisher auftretender Krankheitserreger ändern wird und neue Krankheiten an Einfluss gewinnen, ebenso wie abiotische Stressfaktoren (Trockenheit und Hitze).

Um bei Weizen Produktangebot und -qualität langfristig zu sichern, ist eine züchterische Verbesserung der Toleranz und Resistenz gegenüber solchen Stressfaktoren nötig. Die elf Verbundprojekte beschäftigen sich mit der Nutzbarmachung von Heterosis, Verbesserung von Resistenzen, Implementierung innovativer Verfahren sowie Ertragssicherung und verbesserter Ressourceneffizienz.

Um den Fortschritt in der Pflanzenzüchtung zu beschleunigen, wollen Deutschland und andere Staaten die internationalen Forschungsaktivitäten in der Weizenzüchtung mit der G20-Weizenforschungsinitiative stärker bündeln und vernetzen. Weitere Informationen gibt es unter http://www.wheatinitiative.org/.

Auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentierten Wissenschaftler in der Sonderschauhalle 23a des BMEL laufende Forschungsprojekte zum Thema Getreidezucht. Dass sie die praktischen Ansprüche der Landwirte treffen, zeigte das rege Interesse der Besucherinnen und Besucher.

Neuer Schnelltest für Backqualität spart Stickstoffeinsatz
Ein wichtiges Qualitätskriterium für die Backqualität von Weizen ist aus Sicht des Handels ein hoher Rohproteingehalt. Diesen erzielt der Landwirt bei günstigen Umweltbedingungen mit einer späten Stickstoffdüngung. Allerdings stimmt die Gleichung „gute Backqualität erfordert hohen Rohproteingehalt“ bei neuen Weizensorten nicht mehr, da diese oftmals schon bei geringeren Proteingehalten gute Backergebnisse erzielen. Wissenschaftler des Julius Kühn-Instituts (JKI) und des Max Rubner-Instituts (MRI) entwickeln daher in Kooperation mit Industriepartnern einen neuen Schnelltest für die zuverlässige Abschätzung der Backqualität bereits am Weizenkorn. Als Methode dient die zerstörungsfreie Nahinfrarotspektroskopie, die bei Körnern, Mehl und Teig gleichermaßen eingesetzt werden kann. Die Anwendung schafft die Basis für eine faire Bezahlung der Landwirte, gibt den neuen, verbesserten Weizensorten eine Chance und ermöglicht dadurch zukünftig, den Einsatz von Stickstoffdünger auf ein ressourcenschonenderes und bedarfsgerechtes Maß zu beschränken. Das Forschungsvorhaben wird vom BMEL über das Programm zur Innovationsförderung der in BLE finanziert.
Präzisionszüchtung bei Roggen im Zeichen des Klimawandels
Deutschland ist nach der Russischen Föderation und Polen der weltweit größte Roggenproduzent. Um die Ertragshöhe und -stabilität dieses traditionellen Getreides unter den sich ändernden Klimabedingungen zu verbessern, arbeiten Züchtungsforscher des JKI gemeinsam mit Roggenzüchtern daran, die Wassernutzungs- und Nährstoffeffizienz des Roggens weiter zu verbessern. Ihr Augenmerk liegt dabei auf einer Genvariante, die für Pflanzen mit kürzeren Halmen sorgt. Kurzstrohiger Roggen ist standfester und erlaubt eine optimale Ausnutzung des Ertragspotenzials. Damit diese bislang nicht genutzte Genvariante effizient in Zuchtmaterial eingekreuzt werden kann, entwickeln die Züchtungsforscher ein molekulares Diagnoseverfahren, mit dem schnell und zuverlässig unter tausenden Pflanzen solche mit den gewünschten Eigenschaften – kurz und trockenstresstolerant – aufgespürt werden können. Gefördert wird das Vorhaben in der Deutschen Innovationspartnerschaft Agrar (DIP).

Weitere Informationen:

http://www.ble.de
http://www.wheatinitiative.org/
http://www.ble.de/DIP

Tassilo Frhr. v. Leoprechting | idw
Weitere Informationen:
http://www.ble.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie