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Gemüse aus der Stadt

23.05.2013
Unfruchtbarer Boden und wenig Wasser zwingen die Menschen in Westafrika, die Lebensmittelproduktion vom Land in die Stadt zu verlagern – oft ohne rechtliche Grundlage.

Hier setzt das Projekt „UrbanFoodPlus“ an, das die Ruhr-Universität gemeinsam mit der Universität Kassel koordiniert. Die Forscher wollen die urbane Landwirtschaft in Afrika aus der Illegalität holen, effizienter machen und die Qualität der Produkte steigern.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das im Juni 2013 beginnende Vorhaben in den ersten drei Jahren mit 4,3 Millionen Euro, von denen die RUB rund 1,75 Millionen Euro erhält.

Lebensmittelproduktion auf gutem Weg, jedoch mit Hindernissen
„Die Bevölkerung zu ernähren, ist in Afrika schwieriger als auf jedem anderen Kontinent“, sagt Prof. Dr. Bernd Marschner vom Geographischen Institut der RUB. Die Menschen dort produzieren rund 90 Prozent des Gemüses und bis zu einem Drittel aller lokal benötigten Lebensmittel in den Städten. Allerdings nutzen die Stadtbewohner Brachland zwischen Wohnblocks und trockene Flussbetten zum Anbau, meist ohne Genehmigung. Das führt häufig zu Konflikten mit den örtlichen Behörden. „Politik und Wissenschaft haben die urbane Landwirtschaft jahrzehntelang vernachlässigt“, so Marschner. „Inzwischen haben sich wirksame Produktionssysteme entwickelt, die Ressourcen könnten allerdings noch effizienter genutzt werden.“

Feldforschung in Burkina Faso und Ghana
Die Feldforschungsphase beginnt in Ouagadougou/Burkina Faso sowie Tamale/Ghana und wird später auf weitere Städte Westafrikas ausgedehnt. Die Arbeiten beinhalten Feldversuche, Befragungen von Kleinbauern, Händlern und Vertretern der Behörden sowie umfangreiche Schulungsmaßnahmen zu einfachen technologischen Innovationen.

Interdisziplinäres Projekt der Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaften
Natur-, Ingenieur- und Geisteswissenschaftler an der RUB arbeiten für „UrbanFoodPlus“ eng zusammen. Die Teams um Prof. Marschner sowie Prof. Dr. Marc Wichern und Dr. Manfred Lübken vom RUB-Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Umwelttechnik ermitteln, wie sich aus Reststoffen erzeugte Biokohlen nutzen lassen, um die Wasserqualität und die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern. Das Team von Prof. Dr. Wilhelm Löwenstein vom RUB-Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik analysiert mögliche volkswirtschaftliche Gewinne aus den Ansätzen der anderen Arbeitsgruppen. Die Bochumer Wissenschaftler kooperieren mit Kollegen aus Kassel, Göttingen und Freiburg sowie 14 afrikanischen Partnerinstitutionen und zwei internationalen Agrarforschungsinstituten. Innerhalb des Projekts koordiniert Prof. Maschner eine internationale Graduiertenschule für Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland, Europa und Afrika, an der neun Promotionsstipendien und sieben Promotionsstellen angesiedelt sind.

Weitere Informationen
Prof. Dr. Bernd Marschner, Ruhr-Universität Bochum, Geographisches Institut, Bodenkunde/Bodenökologie, Tel.: 0234-3222108
E-Mail: bernd.marschner@rub.de

Redaktion: Tobias Schündelen

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.ruhr-uni-bochum.de

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