Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wie gehen wir künftig mit unseren Nutztieren um?

11.06.2012
Deutsche Agrarforschungsallianz beschließt Strategie
Deutsche Agrarwissenschaftler wollen künftig ihre Kräfte bündeln, um gemeinsam für eine bessere landwirtschaftliche Nutztierhaltung zu sorgen. Das beschloss Ende Mai die Deutsche Agrarfor-schungsallianz (DAFA), ein Verbund von 55 Forschungseinrichtungen. Vorausgegangen waren zahlreiche Konferenzen und Beratungen, an denen sich neben den Wissenschaftlern auch die Agrarwirtschaft und NGOs beteiligt haben.

Mit einem umfassenden Ansatz greift die DAFA-Nutztierstrategie die Herausforderung auf, die Kluft zwischen den Erwartungen der Gesellschaft und den tatsächlichen Bedingungen der Tierhaltung in den Betrieben zu überwinden. Ziel ist es, den Zustand der Nutztierhaltung messbar zu verbessern und die Produktionssysteme bestmöglich mit den Erwartungen der Gesellschaft in Einklang zu bringen.
Anspruch und Konzept der DAFA übersteigen das Anforderungsniveau, welches bislang üblicherweise an Forschungsverbünde gestellt wird. Es geht nicht nur um einzelne Forschungsbeiträge, sondern um einen Gesamtansatz, der die Veränderung der praktischen Nutztierhaltung zum Ziel hat. Dabei stehen die Anforderungen der Gesellschaft stärker als bisher im Mittelpunkt, und es werden Freiräume geschaffen, um bestehende Haltungssysteme und Entwicklungen auch radikal überdenken zu können. Diese hochgesteckten Ziele werden nur zu erfüllen sein, wenn es gelingt, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft intensiv einzubinden.

Um der komplexen Thematik gerecht zu werden, wurden sechs Cluster eingerichtet: drei tierarten-bezogene (Rind, Schwein Geflügel) und drei übergeordnete Cluster zu Gesellschaft, Indikatoren, Ländlicher Raum. In den auf die Tierarten bezogenen Clustern soll der Versuch unternommen werden, die etablierten Produktionssysteme komplett zu überdenken und grundlegend andere Haltungsformen zu entwickeln. Daneben sind aber auch Forschungsaktivitäten vorgesehen, die an den derzeit praxisüblichen Produktionssystemen anknüpfen und in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Praxis schrittweise Veränderungen entwickeln sollen. Im Mittelpunkt des Clusters „Gesellschaft“ stehen die Erwartungen, die die Bevölkerung an die Nutztierhaltung hat, sowie die Möglichkeiten, diese Erwartungen unter den Bedingungen einer globalisierten Marktwirtschaft zu erfüllen. Hauptaufgabe des Clusters „Indikatoren“ ist es, ein relevantes System zur Bewertung des Zustandes der Tierhaltung und deren Verbesserung zu entwickeln und flächendeckend zu etablieren. Die räumlichen Konzentrationsprozesse sowie die Umweltwirkungen der Nutztierhaltung sind Inhalt des Clusters „Ländlicher Raum“.

Die Arbeit in den Clustern ist langfristig ausgerichtet. Die Aufgabe der Cluster besteht darin, den Erkenntnisfortschritt fortlaufend zu bewerten, die Teilstrategien bei Bedarf anzupassen und im Dialog mit den Forschungsförderern auf zielgerichtete Förderprogramme hinzuwirken. Je Cluster wurden 2 bis 3 Wissenschaftler als Sprecher benannt. Diese Personen sind in besonderem Maße dafür verantwortlich, dass bei den späteren Einzelprojekten das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verloren wird.

Der Ball liegt nun bei der Politik, da die von der DAFA entwickelte Planung nur umgesetzt werden kann, wenn die Politik den DAFA-Vorschlag aufgreift und ihre Forschungsförderung entsprechend ausrichtet. Die Entwicklung einer kohärenten Förderstrategie zur Umsetzung der DAFA-Strategie ist angesichts der vielgestaltigen Struktur der deutschen Forschungsförderlandschaft keine leichte Aufgabe. Hinzu kommt, dass neben der Forschungsförderung auch die Agrarpolitik finanzielle Anreize setzen muss, um landwirtschaftliche Betriebe als Innovationspartner für die Mitwirkung zu gewinnen.

Die DAFA-Nutztierstrategie steht zum Download bereit unter http://www.dafa.de/de/startseite/fachforen/nutztiere.html
Die DAFA wurde 2011 gegründet, um die Leistungsfähigkeit der deutschen Agrarforschung zu steigern und sie besser als bisher in die Lage zu versetzen, zu komplexen, gesellschaftlich relevanten Herausforderungen echte Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Inhaltlich konzentriert sich die DAFA auf Fragestellungen, die eine langfristige Forschungsstrategie erfordern. Die DAFA-Geschäftsstelle ist am Thünen-Institut in Braunschweig angesiedelt.

Ansprechpartnerin:
Dr. Doris Lange
Deutsche Agrarforschungsallianz (DAFA)
c/o Johann Heinrich von Thünen-Institut
Bundesallee 50, 38116 Braunschweig
Tel. 0531 / 596-1019
E-Mail: d.lange@dafa.de

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.dafa.de/de/startseite/fachforen/nutztiere.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Rinderhaltung: Europäische Agrarwissenschaftler betreten Neuland in der Forschungskooperation
16.02.2018 | Leibniz-Institut für Nutzierbiologie (FBN)

nachricht Entwaldung in den Tropen
15.02.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Im Focus: Das VLT der ESO arbeitet erstmals wie ein 16-Meter-Teleskop

Erstes Licht für das ESPRESSO-Instrument mit allen vier Hauptteleskopen

Das ESPRESSO-Instrument am Very Large Telescope der ESO in Chile hat zum ersten Mal das kombinierte Licht aller vier 8,2-Meter-Hauptteleskope nutzbar gemacht....

Im Focus: Neuer Quantenspeicher behält Information über Stunden

Information in einem Quantensystem abzuspeichern ist schwer, sie geht meist rasch verloren. An der TU Wien erzielte man nun ultralange Speicherzeiten mit winzigen Diamanten.

Mit Quantenteilchen kann man Information speichern und manipulieren – das ist die Basis für viele vielversprechende Technologien, vom hochsensiblen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Auf der grünen Welle in die Zukunft des Mobilfunks

16.02.2018 | Veranstaltungen

Smart City: Interdisziplinäre Konferenz zu Solarenergie und Architektur

15.02.2018 | Veranstaltungen

Forschung für fruchtbare Böden / BonaRes-Konferenz 2018 versammelt internationale Bodenforscher

15.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

17.02.2018 | Energie und Elektrotechnik

Stammbaum der Tagfalter erstmalig umfassend neu aufgestellt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Neue Strategien zur Behandlung chronischer Nierenleiden kommen aus der Tierwelt

16.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics