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Gefährliches Virus bedroht Zwetschgenanbau

10.09.2008
Wissenschaftler der TUM entwickeln widerstandsfähige Sorten

Seit einigen Jahren breitet sich die gefährliche Steinobstvirose „Scharka “ in Europa aus und bedroht unsere Versorgung mit Zwetschgen, Pflaumen und Aprikosen.

Die Früchte befallener Bäume entwickeln sich nicht normal, sind stark deformiert und völlig ungenießbar. Mit chemischen Mitteln oder biologischen Verfahren kann das Virus nicht bekämpft werden. Kranke Bäume müssen also gerodet und vernichtet werden. Da der Virusbefall oft erst nach Jahren sichtbar wird, kann seine Ausbreitung in den Obstanbaugebieten nicht verhindert werden.

Wissenschaftler des Fachgebiets Obstbau der Technischen Universität München
(TUM) unter der Leitung von Prof. Dieter Treutter und Dr. Michael Neumüller haben sich dieses Problems angenommen. Sie versuchen auf verschiedenen Wegen, den europäischen Obstbauern zu helfen. Es werden neuartige mikroskopische und molekularbiologische Verfahren entwickelt, mit denen das Virus auch in noch symptomfreien aber bereits infizierten Bäumen gefunden werden kann. Außerdem wird eine besondere Form der Krankheitsresistenz für die Züchtung neuer Sorten eingesetzt.

Aufgrund einer Überempfindlichkeit befallenen Pflanzengewebes kann sich das Virus in solchen Bäumen nicht ausbreiten, da alle Pflanzenzellen, die mit dem Krankheitserreger in Berührung kommen schlagartig absterben. Dieses Verhalten wurde vor einigen Jahren von einem Stuttgarter Wissenschaftler bei einer alten Zwetschgensorte entdeckt. Diese Entdeckung wurde von den Forschern des Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM aufgegriffen.
Die Methoden werden derzeit verfeinert und die genaue „Lebensweise“ des Virus erforscht. Auf dieser Basis erfolgt in Weihenstephan in großem Stil die Züchtung resistenter Zwetschgen und Pflaumensorten. Ziel ist es, wohlschmeckende Früchte in allen Farben und für alle Reifezeiten von Juli bis Oktober sowie für Frischverzehr und Zwetschgendatschi zu erhalten, die nicht vom Virus befallen werden können und absolut gesund bleiben.

Diese Weihenstephaner Züchtungs- und Forschungsarbeiten werden am Donnerstag, 11. September 2008, einem Fachpublikum erstmals vorgestellt. 80 Experten aus dem gesamten Bundesgebiet, sowie Vertreter des bayerischen und des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums haben sich angemeldet, um an der Fachtagung „Pflaumen & Zwetschen: Perspektiven in der Züchtung, dem Anbau und der Vermarktung“ teilzunehmen und die europäische Entwicklung sowie die neuen Weihenstephaner Projekte zu diskutieren.
Ehrengast wird Dr. Walter Hartmann, der Züchter der ersten absolut scharkaresistenten Zwetschgensorte, sein, der in diesem Jahr seinen 65.
Geburtstag feierte.

Kontakt:
Technische Universität München
Wissenschaftszentrum Weihenstephan
Fachgebiet Obstbau
Prof. Dr. Dieter Treutter
Dürnast 2, 85354 Freising
Tel. 08161/71-3753
Email: dieter.treutter@wzw.tum.de

Jana Bodicky | Technische Universität München
Weitere Informationen:
http://www.wzw.tum.de/ob

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