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Fusarienpilze - Arten-Spektrum auf Mais vielfältiger als erwartet

02.09.2009
Fusarien-Pilze verursachen durch Ertragsminderung und Kontamination des Korns und anderer Pflanzenteile mit Mykotoxinen erhebliche Einbußen. Besonders betroffen ist Mais.

Hier können die Pflanzen mit mehreren schädlichen Substanzen belastet sein, die auch während der Silierung nicht abgebaut werden. Zudem können einzelne Fusarien-Arten während des folgenden Jahres von Maisresten auf dem Acker aus Getreide infizieren. Besonders stark steigt der Pilzbefall bei Winterweizen nach pflugloser Bestellung.

Wie bereits für Weizen möchten Wissenschaftler der Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) in der Schweiz Maßnahmen ermitteln, um die Infektion mit Fusarien und die Produktion von Mykotoxinen auch bei Mais zu verringern. In einem ersten Schritt wurde das Artenspektrum in Proben von Stängeln und Körnern der wichtigsten Maissorten aus der Nord-, West- und Südschweiz untersucht.

An einem der Standorte wurde neben den vorkommenden Fusarien-Arten auch die Belastung mit den Toxinen Deoxynivalenol (DON), Zerealenon (ZON) und Fumonisine (FUM) gemessen. Für alle drei gibt es seit April 2008 in der Schweiz entsprechend den EU-Regelungen einen neuen Richtwert für Futtermittel.

Es zeigte sich, dass das Artenspektrum von Fusarien auf Mais deutlich vielfältiger ist als auf Weizen. Insgesamt fanden sich 16 verschiedene Arten, wobei je nach Standort und Pflanzenteil drei bis fünf Arten vorherrschten.

Wie bei Weizen sind Artenspektrum und Toxinbelastung zudem abhängig von der Witterung in der Anbauperiode. Besonders groß waren die Unterschiede zwischen Nord- und Südschweiz. So kam in der vorliegenden Studie Fusarium graminearum, der im Norden mit Abstand häufigste Erreger auf Maiskörnern, im Süden nur in geringem Ausmaß vor, auch wenn dort der geerntete Mais insgesamt stärker mit Fusarien befallen war. Auffällig hoch war die FUM-Belastung im Süden, vermutlich hervorgerufen durch die dort häufig vorkommenden Arten F. verticillioides und F. proliferatum.

Aufgrund der bisher vorliegenden Daten ist es den Forschern noch nicht möglich, eine endgültige Aussage über Sortenanfälligkeit oder wirksame Maßnahmen gegen den Pilzbefall zu machen. Weitere Untersuchungen sollen nun helfen, das Fusarien-Spektrum und die Toxinbelastung von Schweizer Mais genauer zu erfassen sowie die spezifische Anfälligkeit einzelner Maissorten und den Einfluss von Anbaumaßnahmen zu ermitteln. Dafür wurde u. a. ein schweizweites Monitoring für Fusarien und Mykotoxine in die Wege geleitet, wie es für Weizen bereits durchgeführt wurde.

Dr. Margit Ritzka | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.art.admin.ch/dms_files/07461_de.pdf
http://www.aid.de

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