Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscher untersuchen Evolution der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen

03.07.2015

Ein Konsortium mit Forschern aus Deutschland, England, Österreich, Portugal und den USA wird in den nächsten 3 Jahren mit mehr als 2,6 Millionen Euro gefördert.

Ziel des ERA-CAPS-Netzwerks ist die Erforschung der Evolution der sexuellen Fortpflanzung bei Pflanzen – von den einfachen Laub- und Lebermoosen bis hin zu den wichtigsten Nutzpflanzen. Es sollen u.a. Gene identifiziert werden, die bei der Spermazellentwicklung verloren gingen oder die mit der für Blütenpflanzen charakteristischen doppelten Befruchtung in Zusammenhang stehen. Von der Universität Regensburg sind Prof. Dr. Thomas Dresselhaus und PD Dr. Stefanie Sprunck (Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie) beteiligt.


Die Regensburger Forscher wollen in den neuen Gewächshäusern der Universität Mais kultivieren, um die molekularen Mechanismen der Befruchtung und Kornentwicklung zu untersuchen.

Foto: Shutterstock

Mit den Pflanzen begannen vor 470 Mill. Jahren die ersten Lebewesen das Land zu erobern. Aus sehr einfachen Arten – bspw. Algen und Moose – entwickelten sich zunächst Gefäßpflanzen wie Farne und Schachtelhalme.

Später bildeten sich mit den Nacktsamern die ersten Samenpflanzen und vor rund 140 Mio. Jahren tauchten die ersten Blütenpflanzen auf. Mit über 270.000 Arten haben die Blütenpflanzen, zu denen alle Nahrungsmittelpflanzen gehören, inzwischen die meisten Gebiete auf der Erde erobert.

Durch die Anpassung an neue Lebensräume mussten Pflanzen neuartige Sexualorgane entwickeln, um bspw. die Gameten (Ei- und Spermazellen) vor Austrocknung oder veränderten Umweltbedingungen zu schützen. Aus beweglichen Spermazellen, die noch bei Moosen und Farnen vorkommen, wurden unbewegliche Spermazellen, die durch einen Pollenschlauch tief ins weibliche Gewebe zur geschützten Eizelle transportiert werden.

Dieser zu den kompliziertesten biologischen Prozessen gehörende Vorgang bestimmt den Fortpflanzungserfolg und hat somit einen unmittelbaren Einfluss auf die Samen- und damit auf die Ertragsbildung bei Pflanzen. Weltweit besteht daher ein großes Interesse daran, die zugrunde liegenden molekularen Grundlagen zu verstehen.

Im Rahmen des neuen internationalen Konsortiums wird die Regensburger Arbeitsgruppe an der nur auf Neukaledonien vorkommenden ursprünglichen Blütenpflanze Amborella trichopoda und der Nutzpflanze Mais arbeiten.

Zudem sollen in Regensburg Forscher aus den Partneruniversitäten ausgebildet werden. Die Wissenschaftler erhoffen sich, insbesondere die Fortpflanzungsmechanismen bei Blütenpflanzen besser zu verstehen, um dieses Wissen langfristig zu nutzen und Ertragseinbußen durch Fehler bei der Fortpflanzung zu minimieren.

Weiterführende Informationen zum Konsortium im Internet unter:
http://www.eracaps.org/joint-calls/era-caps-funded-projects/era-caps-second-call...

Ansprechpartner für Medienvertreter:

Prof. Dr. Thomas Dresselhaus
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie
Tel.: 0941 943-3016
thomas.dresselhaus@ur.de

PD. Dr. Stefanie Sprunck
Universität Regensburg
Lehrstuhl für Zellbiologie und Pflanzenbiochemie
Tel.: 0941 943-3005
stefanie.sprunck@ur.de

Alexander Schlaak | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.uni-regensburg.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie