Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forschen für mehr Obst aus der Region

14.03.2014

Heimischer Anbau nützt Erzeugern, Verbrauchern und der Umwelt

"Praxisnahe Forschung leistet einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt und zur Stärkung des heimischen Obstbaus." Mit diesen Worten begrüßt Dr. Hanns-Christoph Eiden, Präsident der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) in Bonn, ausdrücklich die intensive Forschungsarbeit in diesem Bereich.

"Mit einem Umsatz von über 6,7 Milliarden Euro in der Obst- und Gemüseverarbeitung im Jahr 2013 ist der deutsche Obstbau mit seinen 7.455 Betrieben ein beachtlicher Produktionsfaktor, der auch in strukturschwachen Regionen wertvolle Arbeitsplätze schafft", so Eiden weiter. 

Pro-Kopf-Verbrauch: 67,8 Kilogramm

Auch Verbraucher wissen Obst aus der Umgebung immer mehr zu schätzen, vor allem aus nachhaltiger und ökologischer Erzeugung. Heimisches Obst steht dabei für Frische, kurze Transportwege, eine umweltfreundliche Erzeugung und eine sichere Herkunft. Entsprechend groß ist die Nachfrage: Nach vorläufigen Berechnungen der BLE liegt der Obstverbrauch in Deutschland im Wirtschaftsjahr 2012/13 (April/März) bei 5,56 Millionen Tonnen; das heißt, 67,8 Kilogramm Obst wird pro Kopf verzehrt. Um den Selbstversorgungsgrad von derzeit 20,1 Prozent (Vorjahr: 19,6 Prozent) weiter zu erhöhen, gilt es die deutsche Obstproduktion zu stärken.

Obstanbau ist sehr anspruchsvoll

Doch der Anbau von qualitativ hochwertigem Obst ist anspruchsvoll. Viele Pflanzenkrankheiten wie etwa Schorf bei Äpfeln oder Wurzelfäule in Erdbeeren können die Qualität der Früchte beeinträchtigen und zu großen Ernteausfällen führen. Deshalb beschäftigen sich über 100 von der BLE als Projektträger koordinierte Forschungsprojekte mit der Entwicklung und Anwendung nachhaltiger und praxisrelevanter Verfahren im Obstbau, die unter anderem Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall vorbeugen sollen oder diese behandeln. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützt dies mit etwa 4,5 Millionen Euro im Jahr 2014. 

Aktuelle Forschungsprojekte – Wissenstransfer ausgebaut

Dazu gehört zum Beispiel ein laufendes Projekt des Julius-Kühn-Instituts in Zusammenarbeit mit einem kleinen mittelständischen Unternehmen, in dem ein Frühwarnsystem für Infektionen mit dem Apfelschorfpilz entwickelt wird. Mithilfe von Regensensoren auf den Blättern wird dabei ermittelt, wann ein besonders hohes Infektionsrisiko besteht. So gelingt es, Pflanzenschutzmittel gezielt einzusetzen und die Ausbringungsmengen auf ein Minimum zu reduzieren. 

Um neu entwickelte Strategien und Konzepte im Pflanzenschutz möglichst schnell in der Praxis zu etablieren, nutzen die Forscher ein dichtes Netz an Demonstrationsbetrieben in ganz Deutschland. Dabei handelt es sich um Praxisbetriebe, die auf Grundlage exzellenter fachlicher Beratung nach neuesten Erkenntnissen und Verfahren des integrierten Pflanzenschutzes wirtschaften. Zusätzlich bieten diese Betriebe jährlich Feldtage für Obstbauern und Interessierte an, um aktuelle Ergebnisse und Herausforderungen des integrierten Pflanzenschutzes vorzustellen. 

"Das System des Wissenstransfers wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich gezielt ausgebaut und hat sich für Forscher und Praktiker absolut bewährt", betont der BLE-Präsident. Denn gerade im Obstbau wurden durch den engen Austausch zwischen Forschung und Praxis zahlreiche neue Bekämpfungsstrategien entwickelt, von denen viele Obstbauern profitierten.

Weitere Informationen:

http://www.ble.de

Tassilo Frhr. v. Leoprechting | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie