Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Förderung von Nützlingen - Wie effektiv sind Blühstreifen?

03.06.2009
Nützlinge werden üblicherweise mit einer carnivoren Lebensweise in Verbindung gebracht. Doch die Mehrzahl der Räuber und Parasitoide (parasitisch lebende Insekten) benötigt auch Nahrung, die direkt - wie Nektar und Pollen - oder indirekt - wie Honigtau - von pflanzlichen Quellen stammt.

Dr. Felix Wäckers vom Centre for Sustainable Agriculture der Lancaster University stellte bei der Entomologentagung in Göttingen fest, dass es in intensiv bewirtschafteten Agrar-Ökosystemen oft an Nektar- und Pollenquellen mangelt.

In Versuchen mit Feldkäfigen fand er zudem heraus, dass manche Parasitoide ihre Wirte ohne das Vorhandensein von Nektar gar nicht erst finden. Auch die Schwebfliegenart Episyrphus balteatus legte ohne Blütenangebot trotz Vorhandenseins von zuckerhaltigem Honigtau keine Eier ab.

Weitere Untersuchungen seiner Arbeitsgruppe ergaben, dass Saccharose, die auch in Nektar vorkommt, als Nahrung für viele Nützlinge besser geeignet ist als die Zuckerverbindungen des von Blattläusen ausgeschiedenen Honigtaus.

Daraufhin stellte sich die Frage, wie Nützlinge gezielt durch die Wahl bestimmter Blütenpflanzen gefördert werden können.

Dabei müsse laut Wäckers berücksichtigt werden, dass nicht alle Pflanzen geeigneten Nektar liefern. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn die Nahrungsquellen möglichst über die ganze Saison zur Verfügung stünden. Das könne unter anderem durch Pflanzen bewerkstelligt werden, die außerhalb des Blütenbereichs Nektar ausscheiden.

Bei Blütenpflanzen unterschied Wäckers zwischen jenen, die von Bienen und Hummeln besucht werden und solchen, deren Nektar primär von Räubern und Parasitoiden genutzt wird. Zur letzteren Gruppe gehören beispielsweise Doldenblütler, Buchweizen sowie Ackerwicke.

Nach Auswertung von Feldversuchen stellte sich heraus, dass gezielt ausgewählte Blühstreifen insgesamt positive Effekte in Bezug auf die Regulierung von Schaderregern haben, obwohl manche Blütenpflanzen auch Schädlinge wie Thripse oder Schadfalter anlocken. Da diese Schädlinge auch ihre spezifische Blütenpräferenzen hätten, sei es möglich Blüten auszuwählen, die Nützlinge fördern und gleichzeitig Schädlinge ausschließen.

Dr. Ute Zöllner | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Elefanten-Herpes: Super-Verbreiter gefährden Jungtiere
04.05.2017 | Universität Zürich

nachricht Wurmmittel für Weidetiere können die Keimung von Pflanzensamen beeinflussen
27.04.2017 | Universität Trier

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Deutschlandweit erstmalig: Selbstauflösender Bronchial-Stent für Säugling

29.05.2017 | Medizintechnik

Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald

29.05.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu

29.05.2017 | Wirtschaft Finanzen