Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fleisch essen oder Auto fahren?

27.08.2008
Wer sich als Konsument um das Klima sorgt, sollte möglichst wenig fliegen und Auto fahren, das ist klar. Mehr und mehr tritt aber der Einfluss der Ernährung auf die Klimabilanz deutlicher hinzu.
Schon im Januar 2008 hatte das Öko-Institut e. V. ermittelt, dass 16 Prozent der durch privaten Konsum verursachten Treibhausemissionen aus der Ernährung stammen. Die Forderung: Verbraucher sollten ihre persönliche Klimabilanz auch mit Blick auf die Ernährung verbessern und die Politik müsse die Weichen unmissverständlich in Richtung nachhaltiger Ernährung stellen.

In die gleiche Richtung weist die Verbraucherorganisation foodwatch nun mit einer Studie, die beim Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in Auftrag gegeben wurde. Die Landwirtschaft (Bio und konventionell) emittiert danach fast genau so viel Treibhausgase wie der Straßenverkehr und die Hälfte davon entfällt auf die Rindfleisch- und Milchproduktion. Und die Annahme, dass der Bio-Landbau das Klima schütze, ist nach IÖW-Untersuchungen nur zum Teil richtig.

Die besten Klimaschützer sind nach den Ergebnissen des IÖW die Menschen, die weder Fleisch noch Milchprodukte verzehren. Das sind nach der Nationalen Verzehrsstudie II von 2008 in Deutschland 0,1 Prozent der Frauen und 0,05 Prozent der Männer, also eine eher übersichtliche Zahl. Ganz schlecht sieht es klimamäßig  für "Allesesser" mit Rindfleisch aus, relativ egal, ob sie Bioprodukte oder konventionelle verspeisen. Hier treffen sich die Interessen des Klimaschutzes, der Ernährungswissenschaften und der Medizin.

Der durchschnittliche Fleischverzehr ist deutlich zu hoch. In vielen Bevölkerungsgruppen geht er weit über die empfohlenen ein bis zwei Mal pro Woche hinaus. Aus dieser Sicht wäre gegen klimafreundliche Ernährung also nichts einzuwenden. Wenn da nicht noch andere Aspekte wären: zum Beispiel die tiergerechte Haltung als wichtiger Pluspunkt für extensive und weitestgehend auch für die ökologische Rinderhaltung. Nicht zu vergessen außerdem die wichtige Rolle der Rinder (und der Schafe) bei der Landschaftspflege und Grünlandnutzung.

Der Verbraucher steht wieder mal vor schwierigen Entscheidungen und es scheint sinnvoll, ihm noch mehr davon nur in Maßen zuzumuten: Soll ich das Klima schützen und stattdessen nur noch Schweinefleisch aus konventioneller Mast essen? Oder wäre es für die persönliche Klimabilanz nicht doch sinnvoller, die Autonutzung und andere Aspekte des Konsumverhaltens auf den Prüfstand zu stellen, um weiter ökologisch und artgerecht erzeugtes Rindfleisch und Milch kaufen zu können?

Um allen Missverständnissen vorzubeugen: die Landwirtschaft - ob Bio oder konventionell - sollte keinen Freifahrschein erhalten. Auch wenn ihre Klimagas-Emissionen in den letzten Jahren bereits rückläufig waren, darf die Politik sie keinesfalls aus den Augen verlieren und muss sie stärker in die nationale Klimaschutzstrategie mit einbeziehen.

Britta Klein | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de
http://www.foodwatch.de
http://www.ioew.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die schnellste lichtgetriebene Stromquelle der Welt

Die Stromregelung ist eine der wichtigsten Komponenten moderner Elektronik, denn über schnell angesteuerte Elektronenströme werden Daten und Signale übertragen. Die Ansprüche an die Schnelligkeit der Datenübertragung wachsen dabei beständig. In eine ganz neue Dimension der schnellen Stromregelung sind nun Wissenschaftler der Lehrstühle für Laserphysik und Angewandte Physik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) vorgedrungen. Ihnen ist es gelungen, im „Wundermaterial“ Graphen Elektronenströme innerhalb von einer Femtosekunde in die gewünschte Richtung zu lenken – eine Femtosekunde entspricht dabei dem millionsten Teil einer milliardstel Sekunde.

Der Trick: die Elektronen werden von einer einzigen Schwingung eines Lichtpulses angetrieben. Damit können sie den Vorgang um mehr als das Tausendfache im...

Im Focus: The fastest light-driven current source

Controlling electronic current is essential to modern electronics, as data and signals are transferred by streams of electrons which are controlled at high speed. Demands on transmission speeds are also increasing as technology develops. Scientists from the Chair of Laser Physics and the Chair of Applied Physics at Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) have succeeded in switching on a current with a desired direction in graphene using a single laser pulse within a femtosecond ¬¬ – a femtosecond corresponds to the millionth part of a billionth of a second. This is more than a thousand times faster compared to the most efficient transistors today.

Graphene is up to the job

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Im Spannungsfeld von Biologie und Modellierung

26.09.2017 | Veranstaltungen

Archaeopteryx, Klimawandel und Zugvögel: Deutsche Ornithologen-Gesellschaft tagt an der Uni Halle

26.09.2017 | Veranstaltungen

Unsere Arbeitswelt von morgen – Polarisierendes Thema beim 7. Unternehmertag der HNEE

26.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Europas erste Testumgebung für selbstfahrende Züge entsteht im Burgenland

26.09.2017 | Verkehr Logistik

Nerven steuern die Bakterienbesiedlung des Körpers

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit künstlicher Intelligenz zum chemischen Fingerabdruck

26.09.2017 | Biowissenschaften Chemie