Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die EU und China vertiefen Zusammenarbeit in der Agrarforschung

07.11.2008
Die EU und China wollen ihre Zusammenarbeit im Bereich der Agrarforschung verstärken, sagen Vertreter der Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der Generaldirektion Forschung (GD Forschung) und der Chinesischen Akademie für Agrarwissenschaften (Chinese Academy of Agricultural Sciences, CAAS).

Schon seit Langem sind chinesische Partner an EU-finanzierten Forschungsprojekten im Bereich der Landwirtschaft beteiligt; 25 Projekte unter dem Themenbereich "Lebensmittelqualität und -sicherheit" des Sechsten Rahmenprogramms (RP6) umfassten Partner aus China. Darüber hinaus sind chinesische Forscher auch an einer wachsenden Anzahl von Projekten unter dem Siebten Rahmenprogramm (RP7) beteiligt.

Die Europäische Kommission ist nun daran interessiert, eine größere Zusammenarbeit mit China in der Agrarforschung zu fördern und bespricht derzeit mit der CAAS, wie diese am besten zu erreichen wäre.

Die Ernährung der enormen Bevölkerung Chinas ist eine große Herausforderung; darüber hinaus steigt der Lebensstandard selbst angesichts des anhaltenden Bevölkerungswachstums, die Landwirte des Landes stehen zunehmend unter Druck, die Umweltauswirkung ihrer Aktivitäten zu reduzieren. Forschung muss bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine wichtige Rolle spielen, und hier tritt die Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften auf den Plan. Die CAAS ist Chinas nationale landwirtschaftliche Forschungsorganisation und untersteht dem Landwirtschaftsministerium.

"Die Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften ist die größte Organisation für landwirtschaftliche Forschung in China", erklärte CAAS-Präsident Dr. Huqu Zhai bei seinem jüngsten Besuch in Europa CORDIS-Nachrichten gegenüber. "Wir haben mehr als 11.000 Mitarbeiter, darunter 6.000 Forscher, und 40 Forschungseinrichtungen, die alle Aspekte der Landwirtschaft mit Ausnahme von Fischerei und Forstwirtschaft abdecken."

Ein wichtiger Schwerpunkt der CAAS liegt auch auf der Ausbildung, was ihre 3.000 Doktoranden und Diplomstudenten der Naturwissenschaften (Master of Science, MSc) deutlich zeigen. Die Organisation arbeitet eng mit den chinesischen Landwirten zusammen. CAAS-Wissenschaftler besuchen regelmäßig Bauernhöfe, um Landwirte beispielsweise über neue landwirtschaftliche Techniken zu unterrichten und ihnen die jüngsten Züchtungen von Anbaupflanzen zu geben.

Die Organisation arbeitet auch ausgiebig mit internationalen Partnern zusammen, sowohl über die Beratungsgruppe für internationale Agrarforschung CGIAR (Consultative Group on International Agricultural Research) als auch im Rahmen bilateraler Forschungsprojekte.

Dr. Timothy Hall, stellvertretender Direktor für Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der GD Forschung, zufolge interessiert sich die Europäische Kommission insbesondere für eine Zusammenarbeit mit China in drei zentralen Bereichen: Tiergesundheit und -krankheiten (besonders übertragbare Krankheiten wie die Vogelgrippe), Verbesserung der Resistenz von Anbaupflanzen gegenüber Faktoren wie Dürre, Salinität und Hitze sowie Lebensmittelsicherheit.

Über die genaue Form der europäisch-chinesischen Forschungszusammenarbeit in der Landwirtschaft wird auf kommenden Treffen entschieden werden, aber sie wird wahrscheinlich mit einer relativ einfachen Maßnahme starten, beispielsweise mit gemeinsamen Projekten.

Die Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung der GD Forschung der Europäischen Kommission unterstützt internationale Forschungszusammenarbeit mit einer Vielzahl von Ländern durch verschiedene Maßnahmen. Gemeinsame Aufrufe zur Vorschlagseinreichung zu bestimmten Themen wurden zusammen mit den entsprechenden Stellen in Russland und Indien veröffentlicht.

Erste Anzeichen lassen darauf schließen, dass diese Initiativen bei Forschern auf großen Anklang stoßen. Allerdings ist die Einrichtung dieser gemeinsamen Ausschreibungen für beide Seiten extrem zeitaufwendig. Einen einfacheren Mechanismus stellen die sogenannten Zwillingsprojekte dar. Dabei führen die EU und die Förderstellen für Forschung in dem entsprechenden Land ihre eigenen Aufrufe zur Vorschlagseinreichung durch, bevor die ausgewählten Projekte verglichen werden. Gibt es zwei ähnliche Projekte, werden die beteiligten Forscher angeregt, zusammenzuarbeiten, um Wissen und Ideen sowie künftige Kooperationen auszutauschen. Die Direktion Biotechnologien, Landwirtschaft und Ernährung unterhält zurzeit ein solches Programm mit dem kanadischen Agricultural Bioproducts Innovation Program (ABIP).

Weitere Informationen
Chinesische Akademie für Agrarwissenschaften (CAAS):
http://www.caas.net.cn/engforcaas/index.htm
Der Themenbereich "Lebensmittel, Landwirtschaft und Fischerei sowie Biotechnologie" des Siebten Rahmenprogramms (RP7):

http://cordis.europa.eu/fp7/kbbe/home_en.html

Internationale Zusammenarbeit im RP7:
http://cordis.europa.eu/fp7/capacities/international-cooperation_en.html

| CORDIS
Weitere Informationen:
http://www.kooperation-international.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops