Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erdrutschartige Verluste - Pflügen verstärkt Bodenerosion

23.03.2011
Wer pflügt, verliert - zumindest an Bodensubstanz. Dass das alljährliche Umbrechen des Bodens die Erosion fördern kann, ist nichts Neues. Welche dramatischen Ausmaße diese allerdings annehmen kann, haben Wissenschaftler im Auftrag des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums in einer Studie nachgewiesen.

Sie verglichen dafür den regional üblichen Anbau von Winterweizen mit einem jährlichen Wechsel zwischen Frucht und Brache und intensiver Bodenbearbeitung mit einem vierjährigen Fruchtfolgesystem ohne Pflügen ("no till"). Die Studie fand im Nordosten von Oregon an der nördlichen Pazifikküste statt.

Eine Besonderheit der Region sind lockere Schluff-Lehm-Böden. Die meisten Äcker haben eine Steigung von 20 bis 45 Grad. Das Klima ist eher trocken, Wind und Regenfälle haben allerdings starke Auswirkungen auf die Bodenerosion. Zwischen cirka 3 und 50 Tonnen pro Hektar werden die jährlichen Bodenverluste geschätzt. Exakte Daten hierzu existierten jedoch bisher mangels entsprechender Untersuchungen nicht.

In ihrer Studie verglichen die Wissenschaftler die Sedimente der Abflussrinnen zweier benachbarter Felder. Sie stellten fest, dass es auf konventionell bearbeiteten Flächen zu 70 Prozent mehr Oberflächenabfluss kam. Die Menge an erodiertem Sediment war hier 52mal größer. Die Regenfälle verursachten im konventionellen Anbau in vier Jahren dreizehnmal starke Erosionen, auf dem nicht gepflügten Feld nur dreimal. Wenn dort überhaupt Erosion auftrat, war das Ausmaß geringer. Ein Grund dafür ist, dass erstens die Oberfläche nicht umgebrochen wird. Zweitens verbleiben Reste der Vorjahresfrucht im Boden und halten diesen nicht nur mit ihrem Wurzelwerk fest, sondern erzeugen auch Poren. Durch die kann das Wasser besser in den Boden eindringen, statt einfach über die Oberfläche abzulaufen und diese mitzunehmen. Auch der Gehalt an organischem Kohlenstoff im nicht bearbeiteten Boden war höher. Er fördert die Boden-Agglomeration und so die Stabilität.

Bezüglich der Erträge gab es zwischen beiden Anbausystemen keinen Unterschied. Die Farmer, die nicht pflügten, konnten jedoch ihre Kosten senken, da sie das Feld seltener befuhren.

Selbst wenn das Ausmaß der Ergebnisse sehr spezifisch für die untersuchte Region ist, zeigt die vorliegende Untersuchung, wie sich relativ kleine Veränderungen beim Anbau positiv im Sinne der Umwelt, aber durch Zeit- und Kosteneinsparung im Sinne des landwirtschaftlichen Erzeugers auswirken können.

Weitere Informationen: www.ars.usda.gov Agricultural Research, Ausgabe 3/2011

Dr. Margit Ritzka | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften