Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieliefernde Pflanzen im Fokus

16.07.2009
Neuer ForschungsReport mit Schwerpunkt "Nachwachsende Rohstoffe" erschienen

Biogas boomt - Experten schätzen, dass in diesem Jahr in Deutschland rund 800 neue Biogasanlagen gebaut werden.

Wie sich die Effektivität der Gasausbeute in den Anlagen steigern lässt, darüber berichten Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Agrartechnik Bornim (ATB) in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins ForschungsReport (1/2009).

Um Biogasanlagen ganzjährig beschicken zu können, muss permanent pflanzliches Substrat in hoher Qualität zur Verfügung stehen. Die Wissenschaftler haben die Silierfähigkeit verschiedener Energiepflanzen wie Mais, Grünschnittroggen und Sudangras untersucht und herausgefunden, dass durch bestimmte technische Maßnahmen die Silage dieser Pflanzen auch nach einer Lagerdauer von bis zu einem Jahr noch hohe Gasausbeuten liefern kann.

Durch ein neues Verfahren, bei dem zwei sich ergänzende Biogasfermenter - ein Aufstromreaktor und ein Methanreaktor - in Reihe geschaltet werden, konnten die ATB-Techniker die Gasgewinnung weiter optimieren.

Welche energieliefernden Pflanzen sind aus Sicht des Klimaschutzes besonders vorteilhaft? Die Wissenschaftler am ATB stellen in einem weiteren Artikel des Heftes ihre Untersuchungen in einer der inzwischen ältesten Energieplantagen vor. Seit Mitte der 1990er Jahre vergleichen sie dort verschiedene einjährige Kulturen wie Roggen, die zur Biogasgewinnung genutzt werden, und schnellwachsende Baumarten wie Pappeln und Weiden, die in Form von Hackschnitzeln und Holzpellets thermische Energie liefern.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass in unseren Breiten die Produktion von verholzter Biomasse in Kurzumtriebsplantagen besonders energieeffizient ist. Der Grund: Pappeln und Weiden haben nur einen geringen Bedarf an energieaufwändig produziertem Mineraldünger, und auf den Anbauflächen werden nur wenig klimarelevante Gase wie Lachgas freigesetzt.

Professor Folkhard Isermeyer vom Johann Heinrich von Thünen-Institut (vTI) macht in seinem Beitrag deutlich, dass sich die verschiedenen Bioenergie-Linien hinsichtlich ihrer Effizienz für den Klimaschutz erheblich unterscheiden. Holzhackschnitzel schneiden hier zum Beispiel deutlich besser ab als Biodiesel. Die politischen Entscheidungsträger seien bei der Auflage von Förderprogrammen gut beraten, zunächst Präferenzen hinsichtlich der Ziele - Klimaschutz, Versorgungssicherheit oder Technologieführerschaft - festzulegen und die Förderinstrumente dahingehend auszurichten.

Der 52-seitige ForschungsReport 1/2009 mit dem Schwerpunktthema "Pflanzen als Nachwachsende Rohstoffe" kann kostenlos bezogen werden über die Geschäftsstelle des Senats der Bundesforschungsinstitute, Bundesallee 50, 38116 Braunschweig. Tel.: 0531 / 596-1016, E-mail: michael.welling@vti.bund.de.

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.forschungsreport.de
http://www.vti.bund.de
http://www.bmelv-forschung.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften