Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

DFG-Projekt: Biodiversität, Interaktion und Stickstoffkreislauf in Grünlandböden

31.01.2017

Den Stickstoffumsatz im Boden von Grünland besser verstehen: Das ist Ziel des Forschungsprojekts „Be-Cult“ (Biodiversity Exploration by Cultivation), das im April 2017 am ZALF und der Leibniz Universität Hannover startet. Denn, wie und welche Mikroorganismen im Boden agieren, welche Zusammenhänge und Interaktionen der Pflanzenphysiologie bestehen, darüber gibt es international wenig wissenschaftliche Erkenntnisse. Wichtig sind diese aber vor allem für das Verständnis von Umwandlungsprozessen von Nitrat zu Ammonium, da bei diesen pflanzenverfügbare Nährstoffe entstehen, so Stickstoff im Boden zurückbleibt und die Bildung und Freisetzung des klimaschädlichen Lachgases reduziert wird.

Das Projekt „BE-Cult“ wird sich mit der Biodiversität von nitratammonifizierenden Bakterien (DNRA) in Böden von wenig und intensiv genutzten Grünlandflächen beschäftigen. DNRA-Bakterien reduzieren Nitrat zu Ammonium, das im Boden verbleibt und als Pflanzennährstoff dient. Wichtige Grundlagenforschung:


Messstation auf dem Grünland in der Schorfheide

Ilka Mai


Projektlogo

ZALF

Denn bisher gibt es umfassende Informationen zu Biodiversität und Ökophysiologie von denitrifizierenden Bakterien, die stickstoffhaltige Gase bilden, aber nicht zu DNRA-Boden-Mikroorganismen. Beide Bakteriengruppen bilden das potente Treibhausgas Lachgas.

In der Konsequenz ist wenig über die Ökophysiologie und Bedeutung der DNRA-Bakterien im Stickstoff-Kreislauf terrestrischer Ökosysteme bekannt. Unzureichend untersucht ist z.B., wie die DNRA-Bakterien reguliert werden um Stickstoff im Boden halten und welche quantitative Rolle sie bei die Lachgas-Freisetzung spielen.

Ziel des Projektes „BE-Cult“ ist es, den Einfluss der Landnutzungsintensität auf die Mikroorganismen im Stickstoff-Kreislauf von Grünlandböden zu untersuchen. Dazu werden u.a. 10.000 Reinkulturen charakterisiert, gruppiert, genomsequenziert und diese großen Datensätze evaluiert.

Zur Erklärung von Verteilungsmustern der DNRA-Bakterien im Boden werden abiotische Parameter (unbelebte Faktoren wie Boden, Klima, Nährstoffe) sowie biotische Parameter (belebte Faktoren wie Pflanzendiversität und Bodentiere), als auch physiologische Merkmale, wie Stoffwechselprozesse, herangezogen.

„BE-Cult“ ist ein Teil des Forschungsschwerpunktprogrammes „Biodiversitätsexploration (Schwerpunktprogramm 1374)“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), die seit 2008 die größte Forschungsplattform zur Biodiversitätsforschung in Deutschland bietet. Das Projekt wird bearbeitet vom Institut für Landschaftsbiogeochemie (LBG) des ZALF (Dr. Steffen Kolb, Dr. Andreas Ulrich, Dr. Undine Behrendt) sowie dem Institut für Mikrobiologie an der Leibniz Universität Hannover (Prof. Marcus A. Horn).

Mit der Bewilligung wird erkenntnisbasierte Grundlagenforschung auf internationaler Ebene möglich, um generell die Biodiversität von Mikroorganismen und deren Interaktionen mit Pflanzen besser zu verstehen. Mittelfristig können dadurch neue Landmanagementsysteme entwickelt werden.

Die Mittel werden als persönliche Bewilligung zur Finanzierung eines Teilprojektes in der Förderphase 2017-2020 des Schwerpunktprogrammes 1374 der DFG zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:

http://www.biodiversity-exploratories.de
http://www.zalf.de/de/aktuelles/Seiten/Pressemitteilungen/Stickstoffumsatz-Boden...

Hendrik Schneider | idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Biologische Vielfalt von grünlanddominierten Kulturlandschaften unter der Lupe
20.04.2018 | Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

nachricht Nitrat-Problem der Landwirtschaft in Luft auflösen
29.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Latest News

Structured light and nanomaterials open new ways to tailor light at the nanoscale

23.04.2018 | Physics and Astronomy

On the shape of the 'petal' for the dissipation curve

23.04.2018 | Physics and Astronomy

Clean and Efficient – Fraunhofer ISE Presents Hydrogen Technologies at the HANNOVER MESSE 2018

23.04.2018 | Trade Fair News

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics