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Deutsch-chinesische Waldforschung

24.02.2012
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln Konzepte für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern in China

China ist der drittgrößte Holzimporteur der Welt. Gleichzeitig ist es das Land mit den weltweit größten CO2-Emissionen. Forstwissenschaftlerinnen und Forstwissenschaftler wollen nun die Waldfläche vergrößern sowie die Holzvorräte, Produktivität und Widerstandsfähigkeit der bestehenden Wälder steigern.

Das deutsch-chinesische Verbundprojekt „Innovative Technologien und Dienstleistungen in nachhaltigen und multifunktionalen Landnutzungssystemen in China“ (Lin²Value) hat das Ziel, diese Vorhaben zu unterstützen. Prof. Dr. Heinrich Spiecker, Institut für Waldwachstum und Koordinator des Projekts von Freiburger Seite, Prof. Dr. h.c. Gero Becker, Institut für Forstbenutzung und Arbeitswissenschaft, und Prof. Dr. Jürgen Bauhus, Waldbau-Institut, beteiligen sich für die Universität Freiburg an dem Projekt. Sie arbeiten mit der Universität Göttingen, der Technischen Universität Dresden, chinesischen Forschungsinstitutionen sowie Unternehmen aus Deutschland zusammen und stellen neue Technologien und waldbauliche Strategien bereit.

Gemeinsam erarbeiten sie nachhaltige und multifunktionale Lösungen, die sozioökonomische und ökologische Aspekte berücksichtigen. Im Rahmen des Projekts werden unter anderem so genannte Demonstrationswälder angelegt. Sie sollen die effiziente und nachhaltige Produktion holzartiger Biomasse als Rohstoff und erneuerbarer Energieträger aus Baum- und Bambusarten, die an den Standort angepasst sind, veranschaulichen. Die Forstwissenschaftler setzen mit terrestrischem Laserscanning neue Methoden der Waldinventur ein.

Mit dem Einsatz der Seilkrantechnik werden die Forscher den ökologischen Bedingungen in steilem Gelände gerecht. Darüber hinaus wenden sie neue Verfahren der Holzdichtemessung und der Umformung von holziger Biomasse in energieeffiziente Heiz- und Kraftstoffe, so genannte Pellets, an. Die Wissenschaftler analysieren die Anpassungsfähigkeit von Plantagenwäldern an den Klimawandel, evaluieren die Effekte eines Umbaus von Plantagen in naturnahe kohlenstoffreiche Wälder und modellieren und bewerten verschiedene Entwicklungsszenarien.

In China sind innerhalb der vergangenen 30 Jahre etwa 50 Millionen Hektar Wald angepflanzt worden. Der Großteil dieser Wälder wurde allerdings nicht mit standortgerechten Baumarten aufgeforstet und befindet sich in einem instabilen und wenig produktiven Zustand. Zusätzlich sollten zwischen 2005 und 2020 weitere rund 40 Millionen Hektar Wald angepflanzt werden. Das entspricht knapp der vierfachen Waldfläche Deutschlands.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Lin²Value ab dem 15. März 2012 für drei Jahre mit 2,75 Millionen Euro.

Kontakt:
Prof. Dr. Heinrich Spiecker (Projektkoordinator Freiburg)
Institut für Waldwachstum
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Tel.: 0761/203-3736
Fax: 0761/203-3740
E-Mail: instww@uni-freiburg.de

Rudolf-Werner Dreier | idw
Weitere Informationen:
http://www.pr.uni-freiburg.de/pm/2012/pm.2012-02-24.33

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