Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Buche verdrängt die Fichte

07.03.2011
Europäisches Verbundprojekt untersucht die Auswirkungen des Klimawandels auf Schutzgebiete / 420.000 Euro für TU-Projekte

Die Auswirkungen des Klimawandels auf Schutzgebiete in Zentral- und Osteuropa werden vom europäischen Verbundprojekt HABIT-CHANGE (Adaptive Management of Climate-induced Changes of Habitat Diversity in Protected Areas) seit März 2010 untersucht.

17 wissenschaftliche Institute, Schutzgebietsleitungen und Naturschutzbehörden evaluieren vorhandene Management- und Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten und entwickeln ein Monitoringkonzept, um Veränderungen zu detektieren.

Dies ist notwendig, da wertvolle Lebensräume durch den Klimawandel bedroht werden und heutige Schutzziele in Zukunft nicht mehr maßgeblich sein müssen. Darüber hinaus fehlen Klimaszenarien und Indikatoren, welche Anhaltspunkte für die Änderungen, insbesondere auf lokaler Skala, bieten. Auf Gebietsebene kann beispielsweise der Niederschlag ab- oder zunehmen oder sich saisonabhängig ändern und somit zu völlig veränderten Bedingungen für bestimmte Arten führen. Die Herausforderung ist deshalb, diese Veränderung zu identifizieren und Managementstrategien zur Anpassung zu entwickeln. Das Projekt hat eine Gesamtlaufzeit von 36 Monaten und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. An das beteiligte TU-Fachgebiet Landschaftsplanung fließen 222.000 Euro und an das TU-Fachgebiet Geoinformationsverarbeitung 198.000 Euro.

In erster Linie werden vorhandene Management- und Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten ausgewertet und geprüft, ob diese auch vor dem Hintergrund des Klimawandels geeignet sind oder ob diese ergänzt und angepasst werden müssen, um mögliche Beeinträchtigungen von Lebensräumen zu verhindern. Im Projekt werden dazu vom Fachgebiet Landschaftsplanung und Landschaftsentwicklung der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Heiland Schutzgebiete untersucht, die sich über Zentral- und Osteuropa erstrecken und unter verschiedene Schutzgebietskategorien fallen, darunter Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks. Die ausgewählten Schutzgebiete repräsentieren insbesondere Lebensräume, die im Hinblick auf den Klimawandel als besonders gefährdet eingeschätzt werden, darunter Feuchtgebiete (Nationalpark Biebrza, Polen) und alpine Gebiete (Naturpark Rieserferner - Ahrn, Italien), aber auch Wälder (Biosphärenreservat Vessertal, Deutschland) und Seen (Nationalpark Neusiedlersee/Fertö-Hansag, Österreich, Ungarn).

Das Verbundprojekt hat darüber hinaus das Ziel, potentielle Auswirkungen des Klimawandels zu identifizieren. Dafür wird vom Fachgebiet Geoinformationsverarbeitung in der Umweltplanung der TU Berlin unter Leitung von Prof. Dr. Birgit Kleinschmit ein Monitoringkonzept entwickelt, das auf Methoden der Satellitenfernerkundung und Geoinformatik basiert, um Änderungen des Klimawandels frühzeitig erkennen zu können. Im Fokus steht das Biosphärenreservat Vessertal (Thüringen). In diesem Gebiet findet eine Veränderung der Naturverjüngung statt: Die Buche verdrängt die Fichte an vielen Standorten. Dies wird im Hinblick auf den Klimawandel als größte Veränderung angesehen, aber bislang gibt es keine detaillierten Angaben, wo und wie stark dieser Prozess bereits fortgeschritten ist und inwieweit der Klimawandel diesen beeinflussen wird. Das Fachgebiet wird sich konkret mit dem Monitoring beschäftigen und für das Jahr 2011 hochauflösende Satellitendaten (Rapideye-Daten) mit hoher zeitlicher Wiederholungsrate ordern. Anhand dieser wird geprüft, ob und inwieweit diese Daten geeignet sind, um die Baumartendurchmischung zu quantifizieren und den dargelegten Prozess zu beobachten. Geplant ist, die Ergebnisse für eine Risikobewertung mit Klimaszenarien zu verknüpfen. Gemeinsam mit den lokalen Akteuren soll dies zu konkreten Änderungen im Managementkonzept führen.

3716 Zeichen

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern: Prof. Dr. Birgit Kleinschmit, Fachgebiet Geoinformationsverarbeitung in der Umweltplanung, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der TU Berlin, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin, Tel.: 030/314-72847, E-Mail: birgit.kleinschmit@tu-berlin.de, www.geoinformation.tu-berlin.de

Die Medieninformation zum Download:
www.pressestelle.tu-berlin.de/medieninformationen/
„EIN-Blick für Journalisten“ – Serviceangebot der TU Berlin für Medienvertreter:
Forschungsgeschichten, Expertendienst, Ideenpool, Fotogalerien unter:
http://www.pressestelle.tu-berlin.de/?id=4608

Stefanie Terp | idw
Weitere Informationen:
http://www.geoinformation.tu-berlin.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Software-App für optimale Düngergabe
09.11.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

nachricht Win-Win-Situation Arznei- und Gewürzpflanzen + Bestäuber-Insekten
06.11.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungen

IfBB bei 12th European Bioplastics Conference mit dabei: neue Marktzahlen, neue Forschungsthemen

22.11.2017 | Veranstaltungen

Zahnimplantate: Forschungsergebnisse und ihre Konsequenzen – 31. Kongress der DGI

22.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Kinderanästhesie aktuell: Symposium für Ärzte und Pflegekräfte

23.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Seminar „Leichtbau im Automobil- und Maschinenbau“ im Haus der Technik Berlin am 16. - 17. Januar 2018

23.11.2017 | Seminare Workshops

Biohausbau-Unternehmen Baufritz erhält von „ Capital“ die Auszeichnung „Beste Ausbilder Deutschlands“

23.11.2017 | Unternehmensmeldung