Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die bovine Besnoitiose - eine schleichende Bedrohung für Rinder

15.08.2012
Die bovine Besnoitiose ist eine ansteckende, parasitäre Erkrankung der Haut, Schleimhäute und Blutgefässe bei Rindern.

Sie kann zu einem erheblichen Leiden bei den erkrankten Tieren und in endemischen Gebieten zu hohen, wirtschaftlichen Verlusten führen. Dennoch gibt es in den betroffenen europäischen Ländern, wie Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Deutschland bisher keine staatlichen Kontroll- und Bekämpfungsmaßnahmen.

Ursprünglich vor allem in Afrika auftretend, wurde die Krankheit in den letzten Jahren über infizierte Importtiere nach Norden verschleppt. In Deutschland wurde sie erstmalig im Sommer 2008 entdeckt. Im Sommer 2012 ist sie in der Schweiz nachgewiesen worden.

Über die Hauptübertragungswege der Krankheit gibt es derzeit nur unvollständige, wissenschaftliche Daten. Als gesichert gilt die Erkenntnis, dass die Ansteckung vor allem - aber nicht ausschließlich - über einige blutsaugende Insekten, wie beispielsweise Bremsen oder Wadenstecher, erfolgt.

Die Übertragung der Parasiten durch Geräte und Instrumente, wie Injektionskanülen, durch direkten Kontakt von Tieren über offene Wunden und auch den Natursprung wird ebenfalls in Betracht gezogen.

Die Erreger bilden in der Haut des betroffenen Tieres zahlreiche Zysten, die zu massiven Hautschäden und Leistungseinbußen führen können. Besnoitiose tritt vor allem zwischen Frühling und Herbst auf, mit einer Hauptaktivitätsperiode von Juli bis September. Klinische Symptome können aber auch während der Wintermonate auftreten.

In der akuten Phase dringen die Parasiten in die Wände der Haut-Blutgefäße und das darunter befindliche (Binde-)Gewebe. Die Folge sind Gefäßentzündungen und Thrombosen. Die erkrankten Tiere reagieren mit Fieber und erhöhter Herzfrequenz. Die Haut verdickt sich, wird faltig und rissig. Stiere können vorübergehend oder dauerhaft unfruchtbar werden.

In Ländern mit einer hohen Besnoitiose-Prävalenz können wirtschaftliche Verluste entstehen u. a. durch Fruchtbarkeitsstörungen bei männlichen Rindern, Leistungseinbußen aufgrund der teilweise starken Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Unbrauchbarkeit der Haut für die Lederherstellung sowie Todesfälle bei bis zu zehn Prozent der erkrankten Rinder.

Derzeit existiert keine Therapie zur Eliminierung des Erregers und es gibt keinen in Europa zugelassenen Impfstoff, der vor der Infektion schützt.

Befallene Rinder gelten als lebenslang infiziert und stellen eine Infektionsquelle für andere Rinder dar. Die Untersuchung von Importtieren aus Risikogebieten - am besten bereits im Herkunftsland - ist eine wirksame Maßnahme, um das Risiko der Einschleppung zu verhindern.

Menschen sind für diese Krankheit nicht empfänglich und deshalb nicht gefährdet.

Anke Klabunde | www.aid.de
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Neue Strategie zur Kupferreduktion im Pflanzenschutz entwickelt
21.02.2018 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Da haben wir den Salat: Erste Ernte aus aufbereitetem Abwasser im Forschungsprojekt HypoWave
20.02.2018 | ISOE - Institut für sozial-ökologische Forschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics