Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bodenfunktionen sichtbar machen und schützen

14.06.2013
Auf Kosten von Kulturland breiten sich Siedlungs- und Infrastrukturbauten aus.

Unter dieser Oberfläche erbringt das Ökosystem Boden wichtige Leistungen: Es stellt etwa den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung und liefert sauberes Trinkwasser. Das neue Nationale Forschungsprogramm "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden" (NFP 68) möchte diese Funktionen fassbar machen, um das Bewusstsein für die knappe Ressource unter den Füssen zu schärfen.

Den Debatten um wachsenden Wohnbedarf und die daraus resultierende zunehmende Zersiedelung fehlt wörtlich eine Dimension: Bei Nutzungsfragen geht es nicht um Volumen, sondern um Flächen, die – speziell im schweizerischen Mittelland – zusehends knapp werden.

Das heuer angelaufene Nationale Forschungsprogramm "Nachhaltige Nutzung der Ressource Boden" (NFP 68) sucht jedoch die Tiefe und möchte daher die Ökosystemleistungen des dreidimensionalen Lebensraums besser erfassen und wertschätzen. "Die Bodenfunktionen sollen – dank Methoden und Konzepten, die das NFP 68 entwickelt – vermehrt Berücksichtigung finden und dadurch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Ressource Boden ermöglichen", sagt Josef Zeyer, Professor für Umweltmikrobiologie an der ETH Zürich und Präsident der Leitungsgruppe des neuen Forschungsprogramms.

Unbemerkte unterirdische Lebenswelt
Das NFP 68 hat vor, mehr über die unterirdische Lebenswelt in Erfahrung zu bringen und dafür zu sorgen, dass sie inskünftig – etwa bei der Planung neuer Bauzonen – beachtet wird. Die von blossem Auge oft nicht erkennbaren Lebensgemeinschaften aus Bakterien, Bodenpilzen oder Fadenwürmern bauen im Untergrund pflanzliche Überreste ab und stellen den Pflanzen dadurch Nährstoffe zur Verfügung. Zudem sorgen sie für eine stabile Bodenstruktur und säubern das Grundwasser. Kann die Landwirtschaft besser von dieser Lebenswelt profitieren? Wie wirken sich die zu erwartenden klimatischen Veränderungen in Zukunft auf die Kohlenstoffspeicher im Boden aus? Und ist es gerechtfertigt, wenn Akteure aus der Schweiz in Afrika Land aufkaufen oder pachten, um darauf mit agroindustriellen Methoden Nahrungsmittel herzustellen?

19 Forschungsprojekte verfolgen Fragestellungen, die von der Untersuchung der Schadstoffanreicherung in Schweizer Landwirtschaftsböden bis zur Beurteilung der politischen und sozio-ökonomischen Faktoren reichen, die zum ungebremsten Bodenverbrauch und zur Zersiedelung beitragen. Dafür stehen dem NFP 68 während der nächsten fünf Jahre 13 Millionen Franken zur Verfügung.

Weitergehende Informationen sind auf www.nfp68.ch zu finden.

Kontakt
Prof. Dr. Josef Zeyer
Präsident der Leitungsgruppe NFP 68
Institut für Biogeochemie und Schadstoffdynamik, ETH Zürich
Universitätstrasse 16
CH-8092 Zürich
Tel.: +41 44 633 60 44
E-Mail: zeyer@env.ethz.ch

Abteilung Kommunikation | idw
Weitere Informationen:
http://www.snf.ch
http://www.nfp68.ch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Agritechnica: Silber für neue Technologie zur Blütenausdünnung im Obstbau
16.10.2017 | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart MES 2017: die Fertigung der Zukunft

18.10.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

18.10.2017 | Medizin Gesundheit

Rittal Klima-Tipps: Ist ein Kühlgerät wirklich nötig?

18.10.2017 | Energie und Elektrotechnik

Smartphones im Kampf gegen die Blindheit

18.10.2017 | Medizintechnik