Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Boden gut, Ernte gut

25.05.2012
Neues Steuerungs-System erhöht Wirtschaftlichkeit und beugt Überdüngung vor
Wenn Regen ausbleibt oder Niederschlagsmengen stark schwanken, steht der Landwirt vor einem Problem. Denn lange Trockenperioden vergrößern das Risiko einer schlechten Ernte und erschweren den Nährstoffeintrag. Das Forschungsprojekt „OPTIFERT“ will die Düngung und Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in Europa mit einer intelligenten Technologie verbessern. Das integrierte Optifert-System ermöglicht dem Landwirt die Düngung und die Wasserzufuhr zu optimieren. Mittels einer Kontrollschleife werden so die ökonomischen und ökologischen Risiken minimiert.

Mehr als 9 Millionen Landwirte in Europa können auf eine Bewässerungsanlage für ihre Felder nicht verzichten. Um eine gute Ernte einzufahren, reicht die natürliche Niederschlagsmenge häufig nicht aus. Zurzeit bewässern Europas Landwirte eine Fläche von fast 200.000 km². Und die wird sich vermutlich vergrößern. Denn der Markt für Bewässerungssysteme in Europa wächst rasant: In den letzten zehn Jahren stieg die Nutzung der Anlagen jährlich um circa 10 Prozent. Viele der Systeme sind jedoch nicht bedarfsgerecht entwickelt. Für die Umwelt haben sie zu oft verheerende Konsequenzen: Wertvolle Wasser-Ressourcen werden verschwendet und Düngemittel ausgewaschen. Die „Überdüngung“ (Eutrophierung) von Böden und Gewässer sind die Folgen. Nachhaltige und intelligente Lösungen sind also gefragt.

Der Mix macht‘s: Nährstoffe und Wasser sind wichtige Faktoren für die Bodenqualität

In dem EU-geförderten Forschungsprojekt „OPTIFERT“ (http://www.optifert.eu) entwickelt ein Konsortium, angeführt vom ttz Bremerhaven, ein bedarfsgerechtes, vollautomatisches und kombiniertes Bewässerungs- und Düngesystem. Die Partner aus Polen, Großbritannien, Österreich und Deutschland möchten den Landwirten auf einfache Art und Weise einen kontrollierten Wasser- und Düngemitteleinsatz ermöglichen – maßgeschneidert und spezifisch für jede Anbaupflanze. Die innovative Anlage reduziert den Verbrauch von Wasser und Dünger und fördert so eine nachhaltige, effiziente und wettbewerbsfähige Agrarproduktion in Europa.

Je nach Bedarf der Nutzpflanze versorgt das zu entwickelnde OPTIFERT-System diese in Echtzeit mit Wasser und Nährstoffen: Es kombiniert die Bewässerung mit einer just-in-time-Düngung (Fertilization). Basierend auf unterschiedlichen Daten wird die benötigte Wasser- und Düngemenge gemessen und kalkuliert. Die Daten umfassen Werte eines innovativen Bodensensor-Systems (pH-Wert, Feuchtigkeit, Salzgehalt, Düngemittel-Konzentration), meteorologische Werte, Informationen über die Pflanzenphysiologie und Marktdaten. Das OPTIFERT-System besteht aus drei Hauptkomponenten: dem Bodensensor, dem Düngemischmodul inklusive Dosiersystem und der Steuerung. Mit diesen Elementen kann das effiziente System die Zielstellung der bedarfsgerechten Düngung und Bewässerung erfüllen.

Mit Optifert läuft's rund: Kreisberegnungsanlage, gesteuert durch einen mit Funk verbundenen Bodenfeuchtesensor. Foto: Optifert


Bodenfeuchtesensor in einem Kartoffelfeld. Foto: Optifert

Das Forschungsprojekt „OPTIFERT“ wird im 7. Forschungsrahmen der EU gefördert, hat eine Laufzeit von zwei Jahren, und wird vom ttz Bremerhaven koordiniert. Projektpartner sind die Hydro-Air GmbH, Pessl Instruments (METOS), Integrated Microsystems Austria GmbH, Soil Moisture Sense LTD., Agrargesellschaft „Niederer Fläming“ MBH Petkus, die University of Warmia and Mazury und die Technical University of Vienna. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf http://www.optifert.eu.

Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Experten-Team in den Bereichen Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit. http://www.ttz-bremerhaven.de

Kontakt:
ttz Bremerhaven
Christian Colmer
Leiter Kommunikation und Medien

Fischkai 1
D-27572 Bremerhaven
Tel.: +49 (0)471 48 32 -124
Fax: +49 (0)471 48 32 – 129
ccolmer@ttz-bremerhaven.de
http://www.ttz-bremerhaven.de
http://www.facebook.com/ttzBremerhaven
https://twitter.com/ttzBremerhaven

Christian Colmer | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de
http://www.optifert.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Julius Kühn-Institut etabliert Forschungszentrum für landwirtschaftliche Fernerkundung (FLF)
22.03.2017 | Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen

nachricht Im Drohnenflug dem Wasser auf der Spur
03.03.2017 | Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleinstmagnete für zukünftige Datenspeicher

Ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Chemikern der ETH Zürich hat eine neue Methode entwickelt, um eine Oberfläche mit einzelnen magnetisierbaren Atomen zu bestücken. Interessant ist dies insbesondere für die Entwicklung neuartiger winziger Datenträger.

Die Idee ist faszinierend: Auf kleinstem Platz könnten riesige Datenmengen gespeichert werden, wenn man für eine Informationseinheit (in der binären...

Im Focus: Quantenkommunikation: Wie man das Rauschen überlistet

Wie kann man Quanteninformation zuverlässig übertragen, wenn man in der Verbindungsleitung mit störendem Rauschen zu kämpfen hat? Uni Innsbruck und TU Wien präsentieren neue Lösungen.

Wir kommunizieren heute mit Hilfe von Funksignalen, wir schicken elektrische Impulse durch lange Leitungen – doch das könnte sich bald ändern. Derzeit wird...

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Herzerkrankungen: Wenn weniger mehr ist

30.03.2017 | Medizin Gesundheit

Flipper auf atomarem Niveau

30.03.2017 | Physik Astronomie

Europaweite Studie zu „Smart Engineering“

30.03.2017 | Studien Analysen