Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Betörende Düfte - Viren machen kranke Pflanzen für Insekten attraktiv

17.02.2010
Viren zählen zu den besonders gefürchteten Erregern im Pflanzenbau, weil sie sich nur sehr schwer bekämpfen lassen und sich sehr schnell in Beständen ausbreiten.

Für diese schnelle Verbreitung sorgt ein Trick, den Wissenschaftler der Penn State University, USA, entdeckt haben. Sie untersuchten, wie sich das Gurkenmosaikvirus über blattsaugende Insekten verbreitet.

Dabei fiel ihnen auf, dass die Tiere bevorzugt kranke, vom Virus infizierte Pflanzen anflogen, sich hier aber viel kürzer aufhielten, als auf gesunden Pflanzen. Dieses Verhalten kommt der Ausbreitung der Erreger sehr entgegen. Denn das Virus gehört zu den so genannten nicht-persistenten Arten, die sich während des Saugens in den Mundwerkzeugen der Insekten einnisten.

Hier können sie kurze Zeit überleben und so die nächste vom Insekt angeflogene Pflanze infizieren. Je häufiger die Tiere ihre Wirtspflanze wechseln, desto schneller breitet sich das Virus aus. Die höhere Attraktivität erkrankter Pflanzen erklären sich die Forscher durch den Einfluss des Erregers. Das Virus kurbelt nach der Infektion die Bildung bestimmter Geruchskomponenten an, die auf Insekten besonders anziehend wirken. Gesunde Pflanzen geben zwar die gleichen Gerüche ab, allerdings in deutlich geringeren Konzentrationen.

Auch die kurze Verweildauer der Insekten hängt mit Gerüchen zusammen. Sobald die Tiere anfangen an der Pflanze zu saugen, bildet diese abstoßend wirkende Komponenten, die den ungebetenen Gast schnell vertreiben. Bei gesunden Pflanzen tritt dieser Effekt nicht auf, so dass die Wirtsinsekten länger verweilen und eine Übertragung des Virus erleichtert wird.

Möglicherweise helfen diese Erkenntnisse bei der Bekämpfung menschlicher Pathogene. Denn auch bei der Malariakrankheit werden bereits infizierte Menschen wesentlich häufiger von Moskitos gestochen, als gesunde Personen. Ob sich dahinter ein vergleichbarer Mechanismus verbirgt, wollen die Wissenschaftler in einem nächsten Schritt untersuchen.

Jürgen Beckhoff | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Feuerbrand bekämpfen und Salmonellen nachweisen
14.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

nachricht Das Potenzial nichtheimischer Baumarten für den forstlichen Anbau in Deutschland sachlich prüfen
14.06.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

„Digital Mobility“– 48 Mio. Euro für die Entwicklung des digitalen Fahrzeuges

26.06.2017 | Förderungen Preise

Fahrerlose Transportfahrzeuge reagieren bald automatisch auf Störungen

26.06.2017 | Verkehr Logistik

Forscher sorgen mit ungewöhnlicher Studie über Edelgase international für Aufmerksamkeit

26.06.2017 | Physik Astronomie