Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Pyrethroidresistenz bei Rapsglanzkäfer - Strategien und Empfehlungen für das Jahr 2008

06.12.2007
Die in den vergangenen zwei Jahren aufgetretene Resistenz des Rapsglanzkäfers gegen zugelassene Insektizide aus der Gruppe der Pyrethroide (siehe Pressemitteilung der BBA vom 21.12.2006) macht weiterhin eine sinnvolle Anti-Resistenzstrategie notwendig.

Der von der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) koordinierte Fachausschuss Pflanzenschutzmittelresistenz (Insektizide, Akarizide) legte jetzt seine Empfehlungen für das Jahr 2008 vor.

Die Experten unterscheiden dabei nicht zwischen Gebieten mit mehr oder weniger intensiver Resistenz der Mittel gegen den Rapsglanzkäfer. Sie wissen, dass sich die Resistenzsituation nicht schlagspezifisch (für jedes Feld) vorhersagen lassen kann. Wesentliches Ziel ist, dass sich bereits bestehende Resistenzen nicht ausbreiten und möglichst eingedämmt werden.

Die Empfehlungen berücksichtigen auch, dass derzeit keine optimale Anti-Resistenzstrategie möglich ist. Gründe dafür sind die nicht genügend große Palette verschiedener Pflanzenschutzmittel bzw. Wirkstoffe sowie Einschränkungen bei der Zahl der erlaubten Anwendungen.

Gerade bei einem sehr starken Befall mit Rapsglanzkäfern müssen hochwirksame Insektizide angewandt werden, damit auch bereits resistente Käfer wirksam abgetötet werden. "In Deutschland muss im Jahr 2008 auf einer Fläche von etwa 292.000 Hektar Raps mit diesem so genannten Starkbefall gerechnet werden. Das haben die diesjährigen Erhebungen der Pflanzenschutzdienststellen der Bundesländer gezeigt ", so Dr. Udo Heimbach von der BBA, der Leiter des Fachausschusses. Da der Rapsglanzkäfer auch Gemüse- und Zierpflanzen nicht verschmäht, wenn er in Massen vorkommt, mahnen die Experten des Fachausschusses dringend an, dass auch hier im Sommer 2008 ein gut wirksames Produkt zur Verfügung stehen muss.

Informationen zum Fachausschuss Pflanzenschutzmittelresistenz:
Funktionierende Resistenzvermeidungsstrategien sind nur durch eine abgestimmte Vorgehensweise zwischen den involvierten Behörden, der Beratung und den Pflanzenschutzmittelfirmen möglich. So lautet eine der zentralen Aussagen eines internationalen Workshops der EPPO (European and Mediterranean Plant Protection Organization, www.eppo.org) zum Thema Resistenz.

Daher wurden Fachausschüsse für den deutschsprachigen Raum geschaffen, die einen Austausch von Informationen und Diskussionen zwischen allen Beteiligten ermöglichen sollen. Hauptziel der Fachausschüsse ist es, Beratung zur nachhaltigen Nutzung von Pflanzenschutzmitteln einschließlich Fragen der Resistenzbeurteilung bei der Bewertung von Pflanzenschutzmitteln zu leisten.

Die Fachausschüsse setzen sich aus Fachvertretern der BBA, der Zulassungsbehörden von Pflanzenschutzmitteln, des amtlichen Pflanzenschutzdienstes, der landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Beratung, der Antrag stellenden Firmen und aus Personen zusammen, die sich aktiv mit Resistenzen beschäftigen. Die Koordination erfolgt durch die Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA).

Kontakt:
Dr. Udo Heimbach
Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland der BBA
Messeweg 11-12, 38104 Braunschweig
Tel. 0531-299-4510
U.Heimbach@bba.de

Dr. Gerlinde Nachtigall | idw
Weitere Informationen:
http://www.bba.bund.de/

Weitere Berichte zu: Pflanzenschutzmittel Rapsglanzkäfer Resistenz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft
06.12.2016 | Steinbeis-Europa-Zentrum

nachricht Die smarte klassische Landhausvilla
28.11.2016 | Bau-Fritz GmbH & Co. KG, seit 1896

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops