Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Maikäfer: Jetzt fliegen sie wieder

02.05.2002


(Foto: M. Welling)


Massenauftreten von Maikäfern in Südhessen (Foto: M. Welling)


Internetportal "www.bmvel-forschung.de" mit aktuellen Informationen


Zu Hunderten liegen sie zurzeit in den Süßwarenregalen der Supermärkte, doch in vielen Regionen Deutschlands, so in Hessen, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt, machen Maikäfer auch in freier Natur von sich reden: Nicht als schokosüße Gaumenfreude, sondern als krabbelige, sehr lebendige - und sehr hungrige - Zeitgenossen.

So schön und willkommen ein einzelnes Exemplar auch erscheint: Wenn sie in Massen auftreten, können Maikäfer große Schäden verursachen. Zwei Arten kommen in Deutschland vor, und ihre bevorzugten Lebensräume spiegeln sich schon in den Namen wieder: Waldmaikäfer (Melolontha hippocastani) und Feldmaikäfer (Melolontha melolontha).


In den letzten Tagen konnten die Waldmaikäfer zum Beispiel in Südhessen - wie zu Wilhelm Buschs Zeiten - von den Bäumen geschüttelt werden. Versteckter, aber im Grunde viel gefährlicher sind die Larven, beim Maikäfer Engerlinge genannt: Sie leben im Boden und fressen die feinen Haarwurzeln. Können die Bäume den spektakulär erscheinenden Blattfraß der erwachsenen Käfer meist locker wegstecken, geht ihnen der Wurzelfraß der Larven an die Substanz. Fast 5.000 Hektar Wald sind in Hessen in den Kategorien "wirtschaftlich fühlbar" und "bestandsbedrohend" befallen, in Baden-Württemberg sind es 2.600 Hektar.

Der Forschungsbereich des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) widmet daher dem Maikäfer in seinem Internet-Portal "www.bmvel-forschung.de" ab 1. Mai das aktuelle "Thema des Monats". Eine Arbeitsgruppe am Institut für biologischen Pflanzenschutz der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) in Darmstadt arbeitet an Verfahren, den Schädling mit Hilfe natürlicher Gegenspieler - dem insektenpathogenen Pilz Beauveria brongniartii - zu bekämpfen. Besonders knifflig ist es, die infektiösen Pilzsporen in Waldgebieten an die bodenlebenden Larven heranzubringen. In einem Gemeinschaftsprojekt zusammen mit HESSENFORST in Hann. Münden und der Freien Universität Berlin testen die Darmstädter Wissenschaftler Kerstin Jung und Gisbert Zimmermann verschiedene Ausbringungsmethoden. Langfristiges Ziel ist es, die Maikäfer-Populationen, die einen vierjährigen Entwicklungszyklus haben und deshalb alle vier Jahre besonders augenfällig in Erscheinung treten, zu reduzieren und ihr Schadenspotenzial zu senken.

Der Forschungsbereich des BMVEL wird von 10 Bundesforschungsanstalten, der Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI) sowie sechs Einrichtungen der Wissenschaftsgemeinschaft G. W. Leibniz gebildet. In ihrem Internet-Portal "www.bmvel-forschung.de" informieren sie in monatlichem Wechsel über aktuelle Forschungsthemen, stellen ihre Einrichtungen vor und geben einen Überblick über wissenschaftliche Veranstaltungen und Projekte.


Nähere Informationen zur Maikäferbekämpfung erteilt:
Dr. Kerstin Jung
Biologische Bundesanstalt für Land und Forstwirtschaft
Institut für biologischen Pflanzenschutz
64287 Darmstadt
Tel.: 06151 / 407-0
eMail: k.jung.biocontrol.bba@t-online.de

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.bmvel-forschung.de

Weitere Berichte zu: Internet-Portal Larve Maikäfer Waldmaikäfer

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Getreide, das der Dürre trotzt
19.09.2017 | Universität Wien

nachricht BMEL verstärkt Maßnahmen im Kampf gegen das Eschentriebsterben
11.09.2017 | Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie