Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Ursache für Pflanzen-Pusteln untersucht

21.11.2007
Bakterielle Fleckenkrankheit bei Paprika und Tomaten

Wenn Pflanzen Pusteln haben, könnten Bakterien dahinterstecken. In unseren Breiten spielen diese bei Pflanzenkrankheiten wegen der harten Winter zwar kaum eine Rolle, in wärmeren Gebieten verursachen sie jedoch in der Landwirtschaft enormen Schaden.

Wissenschaftler von der Universität Halle fanden kürzlich einen bisher unbekannten Krankheitsmechanismus für die bakterielle Fleckenkrankheit von Paprika und Tomaten. Bei dieser dringt der Erreger durch kleine Verletzungen in die Blätter ein und nistet sich in den Zellzwischenräumen ein. Um die Abwehrmechanismen der Wirtspflanze lahmzulegen, injiziert er verschiedene Proteine in die benachbarten Zellen.

Die Forscher um Ulla Bonas und Thomas Lahaye zeigten nun, dass eins dieser Proteine wie ein sogenannter Transkriptionsregulator wirkt, der die Zelle dazu veranlasst, bestimmte Proteine vermehrt und andere dafür gar nicht mehr herzustellen. Jede Zelle produziert diese Moleküle zur Regulierung des eigenen Stoffwechsels. Der eingeschleuste bakterielle Faktor reduziert dabei vor allem solche Proteine, die eine Gefahr für die in die Pflanze eingedrungenen Bakterien darstellen.

Außerdem werden die infiltrierten Zellen besonders groß und bilden so eine "freundliche Nachbarschaft" für die Eindringlinge in Form von Pusteln. Allerdings sind die Pflanzen diesen Machenschaften nicht hilflos ausgeliefert. Wie die Hallenser Forscher feststellten, lassen resistente Pflanzensorten durch den "feindlichen" Regulator einfach ein eigenes Protein mitproduzieren. Dieses löst das Absterben der betroffenen Zellen (und damit des gesamten infizierten Pflanzenteils samt unerwünschten Bewohnern) aus. So werden die Bakterien mit ihren eigenen Waffen geschlagen.

Die neuen Erkenntnisse helfen langfristig nicht nur Obst- und Gemüsebauern. Auch der Reisanbau ist durch Erreger bedroht, die vermutlich denselben Mechanismus nutzen - und so immer wieder die Ernährung eines Großteils der Weltbevölkerung gefährden. Nicht nur das renommierte Wissenschaftsmagazin Science widmete der Neuentdeckung darum zwei Artikel. Auch die Wirtschaft hat bereits Interesse an den Forschungsarbeiten aus Halle gezeigt.

Dr. Margit Ritzka | aid infodienst
Weitere Informationen:
http://www.aid.de

Weitere Berichte zu: Bakterien Fleckenkrankheit Pflanzen-Pusteln Protein Tomaten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Agrar- Forstwissenschaften:

nachricht Acht europäische Länder im Kampf gegen den Asiatischen Laubholzbockkäfer
06.01.2017 | Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL

nachricht Kleinbauern in Afrika: Clevere Milchkühlung – dank Solar auch ohne Stromanschluss
02.01.2017 | Universität Hohenheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Agrar- Forstwissenschaften >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Im Focus: Studying fundamental particles in materials

Laser-driving of semimetals allows creating novel quasiparticle states within condensed matter systems and switching between different states on ultrafast time scales

Studying properties of fundamental particles in condensed matter systems is a promising approach to quantum field theory. Quasiparticles offer the opportunity...

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

17.01.2017 | Physik Astronomie

Wasser - der heimliche Treiber des Kohlenstoffkreislaufs?

17.01.2017 | Geowissenschaften

Kieselalge in der Antarktis liest je nach Umweltbedingungen verschiedene Varianten seiner Gene ab

17.01.2017 | Biowissenschaften Chemie