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Erntehilfen für Bleichspargel reduzieren den Arbeitszeitbedarf

25.04.2002


Bleichspargel ist eine sehr arbeitsintensive Kultur: Fast 50% der Gesamtkosten entfallen auf Ernte und Aufbereitung. Mit zunehmender Ausweitung der Flächen, steigenden Lohnkosten und hohem Aufwand für das Management der Saisonkräfte ist es notwendig, verstärkt über die Reduzierung des Handarbeitsaufwandes und über Verbesserungen der Arbeitsbedingungen nachzudenken.

Folie reguliert Spargelwachstum
Immer häufiger wird Bleichspargel unter schwarz/weißer Folie angebaut. Die schwarze Seite zeigt nach oben, wenn es kühl ist und sich der Damm erwärmen soll. Bei warmem Wetter wird die Folie auf weiß gedreht - so wird die Sonne reflektiert. Der Damm bleibt dann kühler und das Spargelwachstum wird gebremst.
Ein weiterer Vorteil der lichtundurchlässigen Folie ist, dass die Spargelstangen nicht violett werden. Man braucht also nur einmal am Tag, an kühlen Tagen nur alle zwei Tage zu stechen. Außerdem wird das Suchen der Stangen vereinfacht, weil sie, ohne Schaden zu nehmen, einige Zentimeter aus dem Damm heraus wachsen dürfen. Zusätzlich wird durch die Folie der Unkrautbewuchs unterdrückt und der Wasserverlust der Dämme verringert.

Erntehilfen steigern die Stechleistung
Ein gewichtiger Nachteil ist dagegen, dass die Folie zum Ernten immer abgedeckt werden muss. Pfiffige Erfinder haben nun Maschinen entwickelt, die ein- bis fünfreihig die Folie aufnehmen und wieder ablegen. Gestochen wird zwar weiterhin von Hand, allerdings wird der Spargel wiederum von der Maschine aus der Anlage transportiert. Durch diese Vereinfachungen lässt sich die Stechleistung deutlich steigern.

Derzeit wird von der Abteilung Technik im Gartenbau des Institutes für Agrartechnik Bornim im Rahmen eines Verbundprojektes untersucht, welche Erntehilfen arbeitswissenschaftlich am günstigsten sind und wie sich diese Verfahren optimal in den Betriebsablauf integrieren lassen. Die Untersuchungen des letzten Jahres zeigen, dass sich mit solchen Erntehilfen unter günstigen Bedingungen der Arbeitszeitbedarf für das Stechen fast halbieren lässt. An dem über drei Jahre laufenden Projekt sind auch das Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau Großbeeren, die Humboldt Universität zu Berlin, die Forschungsanstalt Geisenheim und die Staatliche Lehr- und Forschungsanstalt Oppenheim beteiligt.
Eins ist schon heute klar: In wenigen Jahren wird Spargel in Deutschland nur noch unter Folie angebaut werden.

Ansprechpartner:
Dr. Martin Geyer
Abteilung Technik im Gartenbau
Tel: (0331) 5699-610
E-Mail: geyer@atb-potsdam.de

Gudrun Spaan | idw

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